Zum Inhalt springen

Sven Berg aka monoyama

Sven Berg ist ein deutscher Sound-Artist, der unter dem Namen monoyama arbeitet. In seiner künstlerischen Praxis untersucht er Klang eher als Zustand denn als Medium. Durch Reduktion, autonome Systeme und räumliche Installationen erforscht er, wie sich die Wahrnehmung verschiebt, wenn Klang als Struktur, Verhalten und Material verstanden wird. Im Zentrum seiner Praxis steht die selbst entwickelte Mobile Laser Projection Machine (MLPM) – ein System, das Frequenzen durch mechanische Transduktion in präzise Lichtgeometrien übersetzt. Digitale Daten, elektromagnetische Signale, weißes Rauschen und aufgezeichnete Objekte dienen ihm als Material für Arbeiten, in denen Klang über das Hören hinaus wahrnehmbar wird. Anstatt Narrative zu produzieren, offenbaren die autonomen Systeme ihre eigene interne Logik. Klang, Licht und Raum fungieren als miteinander verbundene Zustände, wodurch verborgene Beziehungen durch minimale Intervention und präzise technologische Prozesse sichtbar werden. Seine Installationen und Performances schaffen Bedingungen, in denen Klang, Licht und Raum als ein einziges System perzeptibel werden.

MLPM – Kinetische Raum-Installation begreift Klang nicht als flüchtiges Medium, sondern als unnachgiebigen, raumspezifischen Zustand. Die Arbeit löst die Grenze zwischen auditiver Vergänglichkeit und skulpturaler Präsenz radikal auf. Über drei eigenständig entwickelte Maschinen werden analoge Audiosignale mittels mechanischer Transduktion direkt in messerscharfe Lichtlinien übersetzt. Vergleichbar mit der physischen Reibung einer Vinyl-Nadel in der Schallplattenrille arbeiten die Apparaturen mit echter physikalischer Materie statt digitaler Perfektion, um Frequenzen in präzise Geometrien aus Licht zu zwingen und Klang jenseits des Hörens perzeptibel zu machen. Im Zentrum der Arbeit steht die Verschiebung der menschlichen Wahrnehmung zwischen Sehen, Hören und Fühlen. In der totalen Dunkelheit des Raumes übernimmt das Auge die Führung: Die Rezipienten sehen den Klang als Struktur, noch bevor das Ohr das Signal entschlüsselt. Gleichzeitig wandert das Signal als tiefe, somatische Vibration direkt in den Körper. Das Publikum konsumiert keine Narrative, sondern wird Teil eines synästhetischen Systems, bei dem das Auge die körperliche Erschütterung des Raumes regelrecht voraussieht. Durch eine unendliche Programmschleife agieren die drei Maschinen völlig autark und offenbaren ihre eigene interne Logik. Die unbarmherzigen Lichtlinien schneiden durch das Gefüge und fragmentieren die Sichtachsen der Betrachter. Es entsteht eine minimale Intervention von maximaler technologischer Präzision, die Klang, Licht und Raum als ein einziges, zusammenhängendes System erfahrbar macht.

←Allen Homburg, Sidney Mantei, Samuel Julian Grace
Samuel Goldbourne / djfroggy69→

RANGE-FESTIVAL

Impressum
Instagram
Archive

Photocredits: Isabel Hemberger
Website-Design: Elko Braas

Grafik: Jan Grebenstein