Schlagwort: performance

  • Elkin Kutluer

    Elkin Kutluer

    Ab wann ist Beschleunigung wahrnehmbar, in einer Zeit, in der die Geschwindigkeit in der Gesellschaft überhand genommen hat? Ab wann werden einzelne Töne zu  einem Rhythmus und wann löst sich dieser Rhythmus auf? Wie lange dauert es, bis Veränderung hörbar wird und wie lange kann und will ich darauf warten?

    Die Soundinstallation ist ein Versuch, Zeitwahrnehmungen auf subtile, poetische und spirituelle Art und Weise infrage zu stellen. 

    Elkin Kutluer studiert Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht sie die Strukturen von Raum, Zeit und Bewegung und versucht, Gegensätze in Beziehung zu setzen.

  • ct dug + owen sake

    ct dug + owen sake

    Owen spielt für euch. ct wird ihn begleiten, damit es für euch und eure Freunde (falls ihr möchtet) zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

    Dieses Mal möchten wir euch ein Erlebnis bieten, bei dem verschiedene Instrumente durch Synthese und Effekte gemischt und moduliert werden. Ein gewissermaßen vorprogrammiertes Konzert, das im Laufe der Zeit unterschiedliche Wendungen nehmen könnte.

  • Brian Liu und Franziska Ullrich

    Brian Liu und Franziska Ullrich

    Brian und Franziska haben beide ihre Ausbildung zu zeitgenössischen Bühnentänzer:innen bei Sozo Visions in Motion in Kassel abgeschlossen. Beide bringen ihre Erfahrung aus langjähriger Musikpraxis, Studium der Bildenden Kunst sowie Fähigkeiten im urbanen- sowie akrobatischen Tanz und Physical Theater mit. 2025 haben sie ihre gemeinsame Bewegungsrecherche begonnen und zeigen regelmäßig improvisierte Duette bei open stages oder Ausstellungen.

    Was fern war, wird klebrig nah. Was im Kern ist, legen wir nach Außen dar. Mit Mikros und Tonabnehmern bekleidet, wird Haut und Haar zu Klangkörpern der Tanzperformance.

  • Mitsitron

    Mitsitron


    Klangkünstler*in, Musiker*in und Programmgestalter*in. Mitsitron erforscht kollektive Wege, sich Gehör zu verschaffen – sowohl als persönlicher als auch als politischer Prozess. Durch den Einsatz queerer Methoden in Klang und Performance versucht Mitsitron, binäres Denken zu durchbrechen und hin zu vielschichtigen Experimenten zu gelangen. Daraus entstehen Momente, in denen Raum für Zuhören und gemeinsame Reflexion geschaffen wird. In Mitsitrons Solo-Sets werden Gitarre und Gesang live mittels Creative Coding bearbeitet. Mitsitron ist in der experimentellen und improvisierten Musikszene Rotterdams aktiv und tritt an Orten wie Worm, Roodkapje, Varia, Time is the New Space sowie im iii in Den Haag auf. Mitsitron ist zweimal beim Art Meets Radical Openness Festival in Linz aufgetreten, 2024 und 2026. Studiert hat Mitsitron an der Panteion-Universität in Athen und bei Radio Operator in Rotterdam, bei Creative Coding Utrecht und beim REMIX-Festival in Hilversum über Arbeiten gesprochen. Als Teil der Plattform „Platform for Extratonality“, organisiert Mitsitron Workshops und Performance-Abende rund um nicht-dominante Klangerzeugung organisieren und ist Mitglied des Kollektivs Varia, das kulturelle Arbeit im Gegensatz zu Big Tech erforscht. Für das Jahr 2026 ist Mitsitron als Programmgestalter für das MaMA Rotterdam tätig und kuratieren eine Ausstellung über Trauer aus sozialer und politischer Perspektive und verfügt über einen Hintergrund in Architektur, Jazzgitarre und experimentellem Verlagswesen.


    „Lament for the weird“ ist eine Performance zum öffentlichen Trauern. Ein Raum zur Aufarbeitung der Zerstörung, die durch Normativität verursacht wurde. Dieses Lament ist Mitsitron’s Versuch, sich wieder mit den klanglichen Traditionen und Wurzeln zu verbinden, die Mitsitron aufgrund einseitigen, modernisierten Schulbildung zunächst als vulgär empfand. Mitsitron’s Musik spielt liebevoll mit dem „Griechischen“, das – wie jede nationale Formation – Queers und ethnisch Andere ausschließt. Die „Lament for the weird“ ist im ständigen Wandel begriffen: Sie ist eine Collage aus einer live bearbeiteten E-Gitarre, erweiterten Gesangspassagen, dem visuellen Kodierungssystem „Plug Data“ und griechischen Tonarten, die das Herz derer berühren, die aus ihnen verbannt wurden.

  • Jan Grebenstein

    Jan Grebenstein

    Jan Grebenstein ist Produzent, DJ und Gestalter aus Kassel. Nach Jahren als Schlagzeuger und Gitarrist in verschiedenen Bands debütierte er 2014 solo mit einer Vier-Track-EP auf Downwards Records, dem Label von Regis (Karl O’Connor) – eine Adresse, die seit den Neunzigern für kompromisslose Techno- und Industrial-Ästhetik steht. Unter dem Namen Grebenstein entwickelte er einen reduzierten, körperlichen Sound zwischen Techno, Industrial und experimenteller Elektronik. Es folgten Veröffentlichungen auf den experimentellen Labels Horo – darunter die EP „Gloss“ (2017) – und Osiris Music UK, die seine Handschrift schärften: karge, ökonomische Produktion, Spannung durch Auslassung. 2021 folgte mit GEZA ein zweites Alias: Das Debüt „Dialoge“ auf Avian entstand als Reaktion auf eine Hassliebe zum Techno – produziert unter selbst auferlegten Beschränkungen: maximal fünf Minuten Aufnahmezeit, höchstens vier Spuren pro Stück, ein Synthesizer mit 8-Step-Sequencer. Die Limitierung als Methode zieht sich als Haltung durch beide Projekte. Live und als DJ spielte Grebenstein auf zentralen Bühnen der experimentellen Clubmusik: beim CTM Festival in Berlin, in der Säule im Berghain und im Tresor Berlin – zuletzt 2024 bei „Tresor meets Downwards“ an der Seite von Regis und Ancient Methods –, beim Lunchmeat Festival in Prag, im KHIDI in Tiflis sowie beim Electro-Mechanica Festival in St. Petersburg. Neben der Musik arbeitet Grebenstein als Gestalter bei der Kreativagentur Dorfmeyster und entwickelt visuelle Identitäten und Kommunikationskonzepte, unter anderem für Kultur- und Stiftungsprojekte. Klang und Bild versteht er dabei nicht als getrennte Disziplinen, sondern als zwei Ausdrucksformen derselben Praxis.

    Die Performance verbindet mein Live-Set mit soundreaktiven Visuals, die zugleich die Grundlage des Erscheinungsbilds des Range Festivals bilden. Das Publikum erlebt damit keine Bebilderung von Musik – es sieht der Identität des Festivals beim Entstehen zu. Das Konzept setzt an der Schnittstelle meiner beiden Praxen an und in dieser Performance fallen beide Rollen zusammen: Das visuelle System des Festivals wird nicht abgespielt, sondern in Echtzeit vom Klang gesteuert – Frequenzen, Dynamik und Rhythmus der Musik greifen direkt in Form, Bewegung und Dichte der Grafik ein. Musikalisch bewegt sich das Set zwischen reduziertem Techno, Industrial und experimenteller Elektronik – der Ästhetik meiner bisherigen Veröffentlichungen folgend: karg, körperlich, ökonomisch. Diese Reduktion spiegelt sich im Visuellen: kein dekoratives Beiwerk, sondern ein striktes System, das unter dem Einfluss des Klangs lebendig wird.

  • Felicity Mangan

    Felicity Mangan

    Felicity Mangan ist eine australische Klangkünstlerin und Komponistin, die in Berlin lebt. In ihren Klangwerken verbindet sie Feldaufnahmen, Synthese und elektroakustische Kompositionstechniken, woraus eine quasi-bioakustische Musik entsteht. Ihre Arbeiten wurden in Mehrkanal-Installationen, Live-Auftritten, ortsspezifischen Kontexten und auf verschiedenen Musikalben präsentiert.

    Live-Performance mit elektroakustischen Klängen, bei der Feldaufnahmen und FM-Synthese kombiniert werden, um quasi-bioakustische Musik zu erzeugen.

    felicitymangan.org

  • Maerie C. Fricke

    Maerie C. Fricke

    Maerie C. Fricke arbeitet mit Sound, Materialität und prozessbasierten skulpturalen Installationen. Ausgehend von Recherche entwickelt sie intermediale Arbeiten, die sich mit materiellen Spuren, technischen Infrastrukturen und Formen der Übertragung auseinandersetzen. Aktuell beschäftigt sie sich mit einem partisanischen Verständnis von Widerstand durch Wissensaneignung und erforscht die Geschichte und Materialität von Radios als Orte der Kommunikation, des Kontakts und der politischen Handlungsmacht. Nach einem Erasmusjahr im Bereich Ortsbezogene Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien wechselt sie von der Kunsthochschule Kassel an die Kunstakademie Düsseldorf in die Klasse von Nina Canell.

    per ardua ad astra (870 kHz) Eine Botschaft voller Fragen an das Universum wird über einen selbstgebauten AM-Sender ausgestrahlt und von analogen Radios empfangen. Umhüllt von Staub, Störungen und elektromagnetischem Rauschen spiegelt sich das Signal in der sich ausdehnenden Funkblase der Erde als ein treibendes Archiv wider, in dem die Sendungen noch lange nachklingen, nachdem ihre Stimmen bereits verhallt sind.

  • Spiders

    Spiders


    Spiders (sie/ihnen) ist Elektronik- und Spieleentwickler*in sowie ein kleiner, chaotischer SFX-Engel. Spiders baut Synthesizer, tritt als Drag-Künstler*in auf, produzieren elektronische Klangwerke und steht seit 2019 international auf der Bühne.

    „The Dolls Speak“ (Arbeitstitel): Eine Geschichte trans-femininer Gesangsstimmen in der elektronischen Musik. Vom Vocoder über Stimmtrainingskassetten bis hin zu Pitch-Shifting und Vocaloids. Aufbereitet als Performance-Vortrag.

  • Eeva Ojanperä

    Eeva Ojanperä

    ist Medienkünstlerin und Filmemacherin in Kassel. Sie arbeitet mit multimedialen und interaktiven Installationen, die Innen- & Außenräume, Vergangenheit & Gegenwart, Natur & Technologie miteinander verbinden. Ihre multisensorischen Werke erforschen Identität, Verlust, Verbundenheit und Transformation – geprägt von ihrer Geschichte zwischen Finnland, Russland und Deutschland. Als Filmemacherin und Sound Designerin wirkt sie bei Film- und TV-Produktionen mit, gestaltet Festivals wie das Range Sound Festival und widmet sich der Vermittlungsarbeit zu Sound-, Umwelt- und Naturthemen.

    ROOMTONE untersucht Stille als verdichteten sozialen Zustand. Ausgangspunkt ist eine Praxis aus dem Film: Das Aufnehmen von „Roomtones“ – eine Minute scheinbarer Stille jedes Drehortes, die in der Postproduktion unsichtbar wirkt, aber Atmosphäre trägt. Übertragen in den öffentlichen und halböffentlichen Raum entstehen Aufnahmen von Orten des Wartens und der Schwelle: Behörden, Flure, Wartezimmer, Übergangszonen. Diese Räume sind nicht leer – sie sind aufgeladen mit Anspannung, Zeitdruck und Erwartung. Die Stille wird hier zum Resonanzkörper kollektiver Zustände. Die Fragmente werden gemischt, überlagert und rhythmisiert – eine Komposition aus unscheinbaren Momenten, in denen Zeit gedehnt erscheint. ROOMTONE macht hörbar, was sonst ausgeblendet wird: Die Spannung im Stillstand, das Politische im Warten und die Frage, wem Stille gehört – und wem sie auferlegt wird.

  • NØ-1 Lou Lévêque

    NØ-1 Lou Lévêque

    ist Komponistin und Klangforscherin und lebt in Brüssel. In ihrer künstlerischen Praxis bewegt sich Lou zwischen Komposition und Experiment, vermischt Einflüsse aus Barock, Elektronik und Punk und verbindet Komposition, Improvisation und rohe Energie. Lou verankert ihre Musik in einer politischen und sozialen Reflexion und sucht nach Freiräumen, in denen Kunst zu einem Mittel des Widerstands und der Transformation wird.

    „Crumple Nest“ entsteht aus dem Chaos – aus dem Wahnsinn, der an den Rändern der Vernunft kratzt, wo Denken unmöglich wird, wo man versinkt; aus der Depression, die so viele Trans-Leben heimsucht, einem gemeinsamen Nebel – dem rohen Schmerz von durch Trauma pervertiertem Sex, Geschlechtskrankheiten als brutale Mahnungen körperlichen Verrats und der erdrückenden Last der Vergewaltigungskultur. Entstanden in der Höhle des Bettes, diesem zerknitterten Nest als improvisiertem Zufluchtsort, ist das Album ein Balsam, geschaffen, um gemeinsam zu überleben: Alles nistet sich dort ein, verwandelt in einhüllende, heilende Texturen. Das sind keine abstrakten Schrecken; es ist das rohe Fleisch meines anarchokommunistischen, feministischen, prostituierten und transsexuellen Lebens, das in einer Welt kämpft, die die Verletzlichen verschlingt. Das Album schafft einen klanglichen Zufluchtsort: Atemzüge in Angstattacken, die in kraftvollen Lärm übergehen, einhüllende Klänge, die das Chaos in eine uneinnehmbare Festung verwandeln. Politisch ist es ein Schrei gegen den Kapitalismus und seine Ausbeuter – jene, die unsere Luft verschmutzen, Arbeiter*innen ausbeuten, Körper zermalmen. Live-Auftritte kanalisieren diese Wut durch Noise und ahmen dabei die biologische Rebellion des Menschen im Kampf ums Überleben nach. Crumple Nest destilliert diese Energie in glitchige Keuchgeräusche, die in kathartische Befreiung ausbrechen und den systemischen Wahnsinn konfrontieren. Als trans- und militantes Projekt erobert es den Klang als kollektive Waffe und intimen Trost zurück. Die Tracks krümmen sich und entfalten sich wie ängstliche Lungen: dichte Texturen gegen den Druck der Isolation, luftige Weiten für flüchtige Sicherheit. Es ist Musik für Krisen, Ficken, Fieber – intime Elektronik, die das Persönliche politisiert. In einer Kultur, die Schreie erstickt,

  • Saguaro

    Saguaro

    Saguaro (geb. Köln) lebt in Kassel und arbeitet als freischaffender Künstler in der Zeichnung, Musik, und Film. Ein Interesse an visuellen, schriftlichen, und akustischen Sprachen (woraufhin auch ein abgeschlossenes Studium in Englischer Literaturwissenschaft/Philosophie deutet), und dessen Abstraktion unser Realität lässt sich durch sein Werk beobachten.

    Eine Schreibmaschine, eine Gitarre. Ersteres wird durch Kontaktmikrofon an ein Looper Pedal angeschlossen; Es wird getippt und ein Rhythmus entsteht. Daraufhin kommt das zweite Instrument ins Spiel, welches durch Improvisation die getippten Rhythmen erkundet.

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