Owen spielt für euch. ct wird ihn begleiten, damit es für euch und eure Freunde (falls ihr möchtet) zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.
Dieses Mal möchten wir euch ein Erlebnis bieten, bei dem verschiedene Instrumente durch Synthese und Effekte gemischt und moduliert werden. Ein gewissermaßen vorprogrammiertes Konzert, das im Laufe der Zeit unterschiedliche Wendungen nehmen könnte.
shasti (they/them/dia) ist eine in Jakarta geborener Künstlerin, Organisatorin und DJ, die zwischen Berlin und Bochum lebt. Shasti’s Arbeit im Bereich der digitalen Kunst umfasst Performance, audiovisuelle Live-Sets und Multimedia-Produktionen wie Klang und Mixed Realities. shastis Werke schaffen eine Form der Hauntologie, in der die Beziehung zwischen Magie, Technologie, Körper und Gemeinschaft eine politische Wiederverzauberung darstellt. In Zusammenarbeit mit der 3D-Künstlerin songxin schufen sie eine Welt, die von Erinnerungen und der revolutionären Vision von Geistergeschichten geprägt ist. Dia’s Arbeit „Phantom Power“ verbindet digitale Stimmveränderung mit der performativen Verkörperung des Monströsen und war in mehreren Produktionen zu sehen, darunter „Virtual Healing Hub“ von dgtl fmnsm sowie „Unreal Conditionals“ von Janne Kummer und g.h0st.damXg. Derzeit arbeitet shasti am Kunstmuseum Bochum als Mitarbeiter*in für digitale und hybride Kunstvermittlung.
Ein audiovisuelles Set, das DJing und VJing miteinander verbindet. Das DJ-Set selbst ist eher auf das Erzählen von Geschichten ausgerichtet. Ich beschäftige mich mit den Themen Träume, Fantasie und Isekai – der Vorstellung, in die Spielwelt versetzt zu werden. Anstatt dies als Realitätsflucht darzustellen, biete ich eine Perspektive der Wiederverzauberung an.
Brian und Franziska haben beide ihre Ausbildung zu zeitgenössischen Bühnentänzer:innen bei Sozo Visions in Motion in Kassel abgeschlossen. Beide bringen ihre Erfahrung aus langjähriger Musikpraxis, Studium der Bildenden Kunst sowie Fähigkeiten im urbanen- sowie akrobatischen Tanz und Physical Theater mit. 2025 haben sie ihre gemeinsame Bewegungsrecherche begonnen und zeigen regelmäßig improvisierte Duette bei open stages oder Ausstellungen.
Was fern war, wird klebrig nah. Was im Kern ist, legen wir nach Außen dar. Mit Mikros und Tonabnehmern bekleidet, wird Haut und Haar zu Klangkörpern der Tanzperformance.
Klangkünstler*in, Musiker*in und Programmgestalter*in. Mitsitron erforscht kollektive Wege, sich Gehör zu verschaffen – sowohl als persönlicher als auch als politischer Prozess. Durch den Einsatz queerer Methoden in Klang und Performance versucht Mitsitron, binäres Denken zu durchbrechen und hin zu vielschichtigen Experimenten zu gelangen. Daraus entstehen Momente, in denen Raum für Zuhören und gemeinsame Reflexion geschaffen wird. In Mitsitrons Solo-Sets werden Gitarre und Gesang live mittels Creative Coding bearbeitet. Mitsitron ist in der experimentellen und improvisierten Musikszene Rotterdams aktiv und tritt an Orten wie Worm, Roodkapje, Varia, Time is the New Space sowie im iii in Den Haag auf. Mitsitron ist zweimal beim Art Meets Radical Openness Festival in Linz aufgetreten, 2024 und 2026. Studiert hat Mitsitron an der Panteion-Universität in Athen und bei Radio Operator in Rotterdam, bei Creative Coding Utrecht und beim REMIX-Festival in Hilversum über Arbeiten gesprochen. Als Teil der Plattform „Platform for Extratonality“, organisiert Mitsitron Workshops und Performance-Abende rund um nicht-dominante Klangerzeugung organisieren und ist Mitglied des Kollektivs Varia, das kulturelle Arbeit im Gegensatz zu Big Tech erforscht. Für das Jahr 2026 ist Mitsitron als Programmgestalter für das MaMA Rotterdam tätig und kuratieren eine Ausstellung über Trauer aus sozialer und politischer Perspektive und verfügt über einen Hintergrund in Architektur, Jazzgitarre und experimentellem Verlagswesen.
„Lament for the weird“ ist eine Performance zum öffentlichen Trauern. Ein Raum zur Aufarbeitung der Zerstörung, die durch Normativität verursacht wurde. Dieses Lament ist Mitsitron’s Versuch, sich wieder mit den klanglichen Traditionen und Wurzeln zu verbinden, die Mitsitron aufgrund einseitigen, modernisierten Schulbildung zunächst als vulgär empfand. Mitsitron’s Musik spielt liebevoll mit dem „Griechischen“, das – wie jede nationale Formation – Queers und ethnisch Andere ausschließt. Die „Lament for the weird“ ist im ständigen Wandel begriffen: Sie ist eine Collage aus einer live bearbeiteten E-Gitarre, erweiterten Gesangspassagen, dem visuellen Kodierungssystem „Plug Data“ und griechischen Tonarten, die das Herz derer berühren, die aus ihnen verbannt wurden.
Jan Grebenstein ist Produzent, DJ und Gestalter aus Kassel. Nach Jahren als Schlagzeuger und Gitarrist in verschiedenen Bands debütierte er 2014 solo mit einer Vier-Track-EP auf Downwards Records, dem Label von Regis (Karl O’Connor) – eine Adresse, die seit den Neunzigern für kompromisslose Techno- und Industrial-Ästhetik steht. Unter dem Namen Grebenstein entwickelte er einen reduzierten, körperlichen Sound zwischen Techno, Industrial und experimenteller Elektronik. Es folgten Veröffentlichungen auf den experimentellen Labels Horo – darunter die EP „Gloss“ (2017) – und Osiris Music UK, die seine Handschrift schärften: karge, ökonomische Produktion, Spannung durch Auslassung. 2021 folgte mit GEZA ein zweites Alias: Das Debüt „Dialoge“ auf Avian entstand als Reaktion auf eine Hassliebe zum Techno – produziert unter selbst auferlegten Beschränkungen: maximal fünf Minuten Aufnahmezeit, höchstens vier Spuren pro Stück, ein Synthesizer mit 8-Step-Sequencer. Die Limitierung als Methode zieht sich als Haltung durch beide Projekte. Live und als DJ spielte Grebenstein auf zentralen Bühnen der experimentellen Clubmusik: beim CTM Festival in Berlin, in der Säule im Berghain und im Tresor Berlin – zuletzt 2024 bei „Tresor meets Downwards“ an der Seite von Regis und Ancient Methods –, beim Lunchmeat Festival in Prag, im KHIDI in Tiflis sowie beim Electro-Mechanica Festival in St. Petersburg. Neben der Musik arbeitet Grebenstein als Gestalter bei der Kreativagentur Dorfmeyster und entwickelt visuelle Identitäten und Kommunikationskonzepte, unter anderem für Kultur- und Stiftungsprojekte. Klang und Bild versteht er dabei nicht als getrennte Disziplinen, sondern als zwei Ausdrucksformen derselben Praxis.
Die Performance verbindet mein Live-Set mit soundreaktiven Visuals, die zugleich die Grundlage des Erscheinungsbilds des Range Festivals bilden. Das Publikum erlebt damit keine Bebilderung von Musik – es sieht der Identität des Festivals beim Entstehen zu. Das Konzept setzt an der Schnittstelle meiner beiden Praxen an und in dieser Performance fallen beide Rollen zusammen: Das visuelle System des Festivals wird nicht abgespielt, sondern in Echtzeit vom Klang gesteuert – Frequenzen, Dynamik und Rhythmus der Musik greifen direkt in Form, Bewegung und Dichte der Grafik ein. Musikalisch bewegt sich das Set zwischen reduziertem Techno, Industrial und experimenteller Elektronik – der Ästhetik meiner bisherigen Veröffentlichungen folgend: karg, körperlich, ökonomisch. Diese Reduktion spiegelt sich im Visuellen: kein dekoratives Beiwerk, sondern ein striktes System, das unter dem Einfluss des Klangs lebendig wird.
Felicity Mangan ist eine australische Klangkünstlerin und Komponistin, die in Berlin lebt. In ihren Klangwerken verbindet sie Feldaufnahmen, Synthese und elektroakustische Kompositionstechniken, woraus eine quasi-bioakustische Musik entsteht. Ihre Arbeiten wurden in Mehrkanal-Installationen, Live-Auftritten, ortsspezifischen Kontexten und auf verschiedenen Musikalben präsentiert.
Live-Performance mit elektroakustischen Klängen, bei der Feldaufnahmen und FM-Synthese kombiniert werden, um quasi-bioakustische Musik zu erzeugen.
Maerie C. Fricke arbeitet mit Sound, Materialität und prozessbasierten skulpturalen Installationen. Ausgehend von Recherche entwickelt sie intermediale Arbeiten, die sich mit materiellen Spuren, technischen Infrastrukturen und Formen der Übertragung auseinandersetzen. Aktuell beschäftigt sie sich mit einem partisanischen Verständnis von Widerstand durch Wissensaneignung und erforscht die Geschichte und Materialität von Radios als Orte der Kommunikation, des Kontakts und der politischen Handlungsmacht. Nach einem Erasmusjahr im Bereich Ortsbezogene Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien wechselt sie von der Kunsthochschule Kassel an die Kunstakademie Düsseldorf in die Klasse von Nina Canell.
per ardua ad astra (870 kHz) Eine Botschaft voller Fragen an das Universum wird über einen selbstgebauten AM-Sender ausgestrahlt und von analogen Radios empfangen. Umhüllt von Staub, Störungen und elektromagnetischem Rauschen spiegelt sich das Signal in der sich ausdehnenden Funkblase der Erde als ein treibendes Archiv wider, in dem die Sendungen noch lange nachklingen, nachdem ihre Stimmen bereits verhallt sind.
Soukaina El Adak ist bildende Künstlerin und absolviert derzeit ihr Bachelorstudium an der Kunsthochschule Kassel. In ihrer künstlerischen Praxis setzt sie sich mit Fragen der Identität, Migration und des kulturellen Gedächtnisses auseinander, wobei ihr besonderes Augenmerk auf postkolonialen und diasporischen Erfahrungen liegt. In ihren Arbeiten, die Malerei, Installation und Performance umfassen, untersucht sie, wie Identität durch Sprache, Repräsentation und kollektive Erzählungen geprägt wird. Ihre Arbeiten speisen sich oft aus persönlichen Erfahrungen und setzen sich gleichzeitig mit übergeordneten sozialen und politischen Kontexten auseinander. Durch ihre künstlerische Praxis möchte El Adak Räume für Reflexion, Dialog und die Hinterfragung festgefügter kultureller Kategorien schaffen.
Diese Serie knüpft an meine letzte Serie an und taucht noch tiefer in die traditionelle marokkanische Musik ein. Ich möchte die Sprachen, Instrumente und Geschichten hinter den Liedern erkunden.
Spiders (sie/ihnen) ist Elektronik- und Spieleentwickler*in sowie ein kleiner, chaotischer SFX-Engel. Spiders baut Synthesizer, tritt als Drag-Künstler*in auf, produzieren elektronische Klangwerke und steht seit 2019 international auf der Bühne.
„The Dolls Speak“ (Arbeitstitel): Eine Geschichte trans-femininer Gesangsstimmen in der elektronischen Musik. Vom Vocoder über Stimmtrainingskassetten bis hin zu Pitch-Shifting und Vocaloids. Aufbereitet als Performance-Vortrag.
ist Medienkünstlerin und Filmemacherin in Kassel. Sie arbeitet mit multimedialen und interaktiven Installationen, die Innen- & Außenräume, Vergangenheit & Gegenwart, Natur & Technologie miteinander verbinden. Ihre multisensorischen Werke erforschen Identität, Verlust, Verbundenheit und Transformation – geprägt von ihrer Geschichte zwischen Finnland, Russland und Deutschland. Als Filmemacherin und Sound Designerin wirkt sie bei Film- und TV-Produktionen mit, gestaltet Festivals wie das Range Sound Festival und widmet sich der Vermittlungsarbeit zu Sound-, Umwelt- und Naturthemen.
ROOMTONE untersucht Stille als verdichteten sozialen Zustand. Ausgangspunkt ist eine Praxis aus dem Film: Das Aufnehmen von „Roomtones“ – eine Minute scheinbarer Stille jedes Drehortes, die in der Postproduktion unsichtbar wirkt, aber Atmosphäre trägt. Übertragen in den öffentlichen und halböffentlichen Raum entstehen Aufnahmen von Orten des Wartens und der Schwelle: Behörden, Flure, Wartezimmer, Übergangszonen. Diese Räume sind nicht leer – sie sind aufgeladen mit Anspannung, Zeitdruck und Erwartung. Die Stille wird hier zum Resonanzkörper kollektiver Zustände. Die Fragmente werden gemischt, überlagert und rhythmisiert – eine Komposition aus unscheinbaren Momenten, in denen Zeit gedehnt erscheint. ROOMTONE macht hörbar, was sonst ausgeblendet wird: Die Spannung im Stillstand, das Politische im Warten und die Frage, wem Stille gehört – und wem sie auferlegt wird.
ist Komponistin und Klangforscherin und lebt in Brüssel. In ihrer künstlerischen Praxis bewegt sich Lou zwischen Komposition und Experiment, vermischt Einflüsse aus Barock, Elektronik und Punk und verbindet Komposition, Improvisation und rohe Energie. Lou verankert ihre Musik in einer politischen und sozialen Reflexion und sucht nach Freiräumen, in denen Kunst zu einem Mittel des Widerstands und der Transformation wird.
„Crumple Nest“ entsteht aus dem Chaos – aus dem Wahnsinn, der an den Rändern der Vernunft kratzt, wo Denken unmöglich wird, wo man versinkt; aus der Depression, die so viele Trans-Leben heimsucht, einem gemeinsamen Nebel – dem rohen Schmerz von durch Trauma pervertiertem Sex, Geschlechtskrankheiten als brutale Mahnungen körperlichen Verrats und der erdrückenden Last der Vergewaltigungskultur. Entstanden in der Höhle des Bettes, diesem zerknitterten Nest als improvisiertem Zufluchtsort, ist das Album ein Balsam, geschaffen, um gemeinsam zu überleben: Alles nistet sich dort ein, verwandelt in einhüllende, heilende Texturen. Das sind keine abstrakten Schrecken; es ist das rohe Fleisch meines anarchokommunistischen, feministischen, prostituierten und transsexuellen Lebens, das in einer Welt kämpft, die die Verletzlichen verschlingt. Das Album schafft einen klanglichen Zufluchtsort: Atemzüge in Angstattacken, die in kraftvollen Lärm übergehen, einhüllende Klänge, die das Chaos in eine uneinnehmbare Festung verwandeln. Politisch ist es ein Schrei gegen den Kapitalismus und seine Ausbeuter – jene, die unsere Luft verschmutzen, Arbeiter*innen ausbeuten, Körper zermalmen. Live-Auftritte kanalisieren diese Wut durch Noise und ahmen dabei die biologische Rebellion des Menschen im Kampf ums Überleben nach. Crumple Nest destilliert diese Energie in glitchige Keuchgeräusche, die in kathartische Befreiung ausbrechen und den systemischen Wahnsinn konfrontieren. Als trans- und militantes Projekt erobert es den Klang als kollektive Waffe und intimen Trost zurück. Die Tracks krümmen sich und entfalten sich wie ängstliche Lungen: dichte Texturen gegen den Druck der Isolation, luftige Weiten für flüchtige Sicherheit. Es ist Musik für Krisen, Ficken, Fieber – intime Elektronik, die das Persönliche politisiert. In einer Kultur, die Schreie erstickt,
ist das Solo-Projekt von J.A. aus Kassel. Nach verschiedenen Live-Formationen – zuletzt bei der Postpunk-Band Cybertier – sowie Kompositionen und Performances für Theater und Film entwickelt er ein elektronisches Live-Set, das Komposition und Improvisation verbindet. Eigene Aufnahmen von Instrumenten, Geräuschen und Field Recordings werden zu organischen Klangtexturen verarbeitet und in Echtzeit neu arrangiert.
ELTAVO verbindet Electronica, Deep Techno und Organic House zu einem atmosphärischen Live-Set. Gitarre, Field Recordings und gesampelte Fragmente werden live arrangiert, moduliert und verdichtet – zwischen experimentellen Klangräumen, treibenden Rhythmen und organischen Texturen.
ist Filmtonmeister und Sounddesigner aus Kassel. Seit vielen Jahren arbeitet er an der Schnittstelle von Film, Dokumentation, Kunst und Klangforschung. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage, wie Klang Geschichten erzählt, Räume erfahrbar macht und unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit prägt. Als Filmtonmeister war er an zahlreichen Dokumentar- und Spielfilmproduktionen beteiligt, darunter die Kinofilme Xoftex, Rave On und Servus Papa – See You in Hell. Seine Tätigkeit umfasst die Aufnahme des Originaltons am Set ebenso wie die kreative Entwicklung akustischer Konzepte für Filmproduktionen. Von 2009 bis 2019 war Böhm wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kunsthochschule Kassel. Dort begleitete er Projekte im Bereich Film und Medienkunst und gab Workshops zur Filmtonproduktion und zum Field Recording. Neben seiner Arbeit für den Film beschäftigt er sich mit Klangdokumentation, akustischer Wahrnehmung und den kulturellen Bedeutungen des Hörens. Dabei verbindet er technische Präzision mit einem Interesse an gesellschaftlichen, historischen und ökologischen Fragestellungen. Böhm engagiert sich für den fachlichen Austausch innerhalb der Filmtonbranche und ist Mitglied im Bundesverband Filmton (bvft). Darüber hinaus entwickelt und begleitet er Projekte, die den Dialog zwischen Filmschaffenden, Kunst, Wissenschaft und Öffentlichkeit fördern. Seine Arbeit versteht Klang nicht nur als technisches Element, sondern als eigenständiges Mittel der Beobachtung, Gestaltung und Vermittlung.
Diegetische Musikproduktion im Spielfilm – Zwischen Realität und Dramaturgie Musik im Film kann weit mehr sein als emotionale Untermalung. Besonders spannend wird es dort, wo sie Teil der erzählten Welt wird: als Band auf einer Bühne, als Radio im Hintergrund oder als musikalisches Ereignis innerhalb einer Szene. Diese sogenannte diegetische Musik stellt Filmtonteams vor besondere kreative und technische Herausforderungen. Die Filmtonmeisterin Eeva Ojanperä und der Filmtonmeister Tobias Böhm (bvft) sprechen über ihre Erfahrungen bei Spielfilmproduktionen, bei denen sie gemeinsam für den Originalton verantwortlich waren. Anhand konkreter Beispiele geben sie Einblicke in die Planung, Aufnahme und Nachbearbeitung von diegetischer Musik am Filmset. Wie gelingt es, musikalische Authentizität und filmische Erzählung miteinander zu verbinden? Wann wird live gespielt, wann mit Playback gearbeitet? Welche Anforderungen entstehen für Regie, Kamera, Schauspiel und Ton? Und wie lassen sich Dialoge, Geräusche und Musik so aufnehmen, dass sie sowohl den dramaturgischen als auch den technischen Anforderungen einer Kinoproduktion gerecht werden? Im Gespräch erläutern Ojanperä und Böhm die wichtigsten Produktionsschritte – von der Vorbereitung über den Dreh bis zur Endmischung – und zeigen, welche erzählerischen Möglichkeiten diegetische Musik eröffnet. Dabei wird deutlich, wie stark musikalische Entscheidungen die Wahrnehmung von Figuren, Räumen und Geschichten beeinflussen können. Die Veranstaltung soll den Auftakt einer neuen Gesprächsreihe beim Range Sound Festival bilden. Die Fortsetzung ist für das kommende Jahr geplant und widmet sich dem Themenfeld Bioakustik, Field Recording und Klang in Installationen. Die Veranstaltung richtet sich an Filmschaffende, Toninteressierte, Studierende sowie alle Festivalgäste, die einen Einblick in die kreative und technische Praxis professioneller Klangarbeit erhalten möchten.
Cat Woywod stellt mit intermedialer Kunst Wahrnehmungsgewohnheiten in Frage. Ortsbezogenen Interventionen, Darstellende Kunst und Elektro-Akustische Klangkunst werden mit reduzierten technischen Mitteln zu komplexen Raum- und Zeiterfahrungen verwebt. Als Nachfahre von Kunsthandwerker*innen im Nachwende Deutschland geboren, ist es im Silicon Valley, USA, dem Braunkohleabbau des Niederrheins, der Kalk, Schiefer und Metallindustrie des Bergischen Lands und auf den Ackern der oberbayrischen Voralpen aufgewachsen. Seit 2016 lebt und arbeitet Cat Woywod in Kassel.
Für RANGE 2026 bringt Cat “KRAK”, eine vielsinnige Radiokomposition und Publikation mit welche mit quantifizierenden Vorstellungen von Wahrnehmung, Körper und Umwelten bricht.
“KRAK” entstand im Rahmen dessen “Klangkunst/Komposition” Meisterschüler Abschluss an der Hochschule für Musik in Mainz 2026.
Cat ist als Freischaffender* Künstler*, Elektro-Akustischer Komponist*, Veranstaltungstechniker und Koordinator, und als Drag Thing Performer* in Kassel aktiv.
Saguaro (geb. Köln) lebt in Kassel und arbeitet als freischaffender Künstler in der Zeichnung, Musik, und Film. Ein Interesse an visuellen, schriftlichen, und akustischen Sprachen (woraufhin auch ein abgeschlossenes Studium in Englischer Literaturwissenschaft/Philosophie deutet), und dessen Abstraktion unser Realität lässt sich durch sein Werk beobachten.
Eine Schreibmaschine, eine Gitarre. Ersteres wird durch Kontaktmikrofon an ein Looper Pedal angeschlossen; Es wird getippt und ein Rhythmus entsteht. Daraufhin kommt das zweite Instrument ins Spiel, welches durch Improvisation die getippten Rhythmen erkundet.
Parallel zu meinem Studium an der Kunsthochschule Kassel habe ich in den letzten Monaten eine digitale Plattform entwickelt, die sich auf Klangkunst und Musik konzentriert und einen Radiosender, ein Archiv, Sammlungen sowie didaktische Tools umfasst. Wir haben sie im April dieses Jahres als Weiterentwicklung des Projekts „Chair Radio“ gestartet, einer Reihe von Radiosendungen, die über mehrere Monate im Jahr 2025 live aus unserem Studio und über Trafo Radio ausgestrahlt wurden. Dort war ich vor allem auf der technischen und kuratorischen Seite tätig, baute Kooperationen mit Künstler*innen aus der Stadt und darüber hinaus auf und stellte Programme mit einer großen Vielfalt an Stimmen und Formaten zusammen. Meine Arbeit lässt sich auf verschiedenen Ebenen verstehen, aber mein besonderes Interesse gilt dem Ziel, Menschen zu erreichen und Räume zu schaffen, in denen sich die Menschen, die meinen Alltag ausmachen, willkommen fühlen und sich einbringen können. Ich weigere mich, Kunst als etwas Elitäres zu betrachten. Daher ist das, was ich schaffe, meist von allem Überflüssigen befreit und auf das Wesentliche reduziert, aus dem es sich weiterentwickeln kann. Diesem konzeptionellen Ansatz folgend begann ich schon recht jung, mich in der Hip-Hop-Szene im Norden Madrids zu engagieren. Ich malte Graffiti und rappte, was mich später als DJ in die Techno-Szene führte, und ich begann, Veranstaltungen und illegale Raves zu organisieren, was ich bis heute tue. In den letzten Jahren habe ich mich, diesen Strömungen folgend, auf eine rauere und experimentellere Art und Weise der Welt des Klangs zugewandt. Ich schaffe Klanginstallationen, führe Performances bei Veranstaltungen wie „Vera Sonora“ oder in Radiosendungen wie den „Trafo Listening Sessions“ durch und arbeite dabei mit meinem Körper, mit Feldaufnahmen, analogen und digitalen Instrumenten, alten Kassetten und Flamenco-Schallplatten. Im Rahmen des Rundgangs 2024 haben wir „Sobremesa“ ins Leben gerufen, ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem wir durch das gemeinsame Kochen und Essen einen Raum für Austausch, Zusammenkunft und Erholung geschaffen haben und in diesem Jahr mehr als 40 Menschen, Gruppen und Kollektive zusammengebracht haben. Seitdem wurde das Projekt zweimal mit Schüler*innen der Hegelsbergschule weiterentwickelt und nahm im Rahmen des Gallerie Fest 2025 gemeinsam mit dem Verein Ag Südstadt im Raum MOOIMOOI statt.
Thea Josepha Konatsu ist Künstlerin, Vermittlerin und Musikerin. Ihre intermediale Praxis beschäftigt sich mit der Dislokation und dem Einfluss kultureller Prägungen auf das Verständnis von Geschichte und Erinnerung. Erinnerungen, Fragmente und Schnipsel werden in veränderbaren Montagen zusammengeführt und in Geschichten, Bewegtbild und Sound verwoben. Ihre künstlerische Praxis betastet die konfliktreiche Vielfalt verschiedener Kulturen und die damit verbundene Selbstpositionierung und Lokalisierung in einer globalisierten Welt. Thea studierte Kunstpädagogik, English and American Studies und Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel, Universität Kassel und der Taipei University of the Arts. 2022-23 erhielt sie das Huayu Enrichment Scholarship des Taiwanischen Bildungsministeriums, das HAB Abschlusstipendium und eine Förderung des DAAD, in dessen Rahmen sie ihren Abschlussfilm „speaking nearby: Shaking Skies & Trembling Earth“ (2024) in Taiwan produzierte. 2024 war sie Meisterschülerin bei Prof. Joel Baumann in der Research Area New Media, KHK. Ihre Arbeiten wurden in Ausstellungen und Festivals in Taiwan, Indonesien, Nigeria, den Niederlanden und Deutschland gezeigt. 2025 erhielt sie den Kassler Kunstpreis der Stadt Kassel.
„When I`m here, I cannot be there“ ist vokale Erforschung des Zustands des Dazwischenstand. Wenn hier, dann nicht dort. Wenn dort, dann nicht hier. Wie können diese Gegensätze vereint werden? Oder in einer Differenz zusammenkommen?
Drohnen zum Abschluss des Abends, Lyra-8 macht brrrrrr
Fr. 10.10. Mitternacht
Neue Nachrichtenmeistrei
So. 12.10. 20 Uhr
Mimikri
Artie S ist ein Multimedia-Künstler und Architekt mit Sitz in Wien und Kassel, dessen Werke von Fotografie und Zeichnungen bis hin zu Klanglandschaften reichen.
Moritzturm (2023) Samuel Nerl und Joshua Weitzel setzten sich im Jahr 2022 intensiv mit der Rolle von Landgraf Moritz „dem Gelehrten“ auseinander. Dessen Zwangskonversion der Kasseler Bevölkerung zum Calvinismus war zwar ein gewalttätiger Herrschaftsakt, führte aber einige Jahrhunderte später auch zum Zuzug hugenottischer Flüchtlinge. „Moritzturm“ ist teil einer Reihe von Performances, die sich mit biblischen und religiösen Themen – aus agnostischer Perspektive – auseinandersetzen. Die Performance besteht aus drei Akten: Prozession / Initiation / Abbau. Die Prozession beinhaltet den Transport von 10 vintage-Lautsprechern in einem Handwagen quer durch die Stadt zum Veranstaltungsort. Die Initiation ist der Hauptteil der Performance und dauert etwa 40 Minuten. Während Joshua Weitzel in der Rolle des Pastors eine Predigt hält (basierend auf Klassikern der Sound Studies und analoger Klangsynthese), baut Samuel Nerl aus den Lautsprechern ein etwa 3-Meter hohes Kreuz. Das Lautsprecher-Kreuz verbleibt am Ort bis zum Abbau, mindestens einen Tag später.
Sa. 11.10. 18 – 20 Uhr Performance
So. 12.10. 14 – 18 Uhr Installation Ausstellung
Die Arbeit des Künstlers und Kurators Joshua Weitzel (*1989 in Kassel) basiert auf einem sozialen Verständnis von Kunst und umfasst Improvisation, elektroakustische und experimentelle Komposition, Installationskunst, Jazz, intermediale Projekte, Kuratieren und Kunstvermittlung.
Samuel Nerl hat in den Jahren von 2009 – 2017 an der Philipps Universität Marburg und der Universität Kassel Philosophie und an der der Kunsthochschule Kassel und Filmunviersität Babelsberg Film studiert. Durch seine langjährige Arbeit in verschiedenen Bereichen am Staatstheater Kassel hat er umfassende Erfahrungen in den Darstellenden Künsten sammeln können. Seit 2016 ist er als freischaffender Künstler tätig. Den Schwerpunkt seines Schaffens findet er in der Bildenden Kunst. Seine Projekte manifestieren sich insbesondere durch den Kurzschluss ephemerer Künste mit der allgemeinen Kritik am Materiellen Endprodukt.
In dieser Zusammenarbeit untersuchen wir die Beziehung zwischen Klang und Bewegung mit Hilfe technologischer Mittel. Unser Ziel ist es, Fragmente aus verschiedenen künstlerischen Bereichen zu einem einzigen Ausdruck zu verschmelzen. Diese Einheit mag unerreichbar sein, bleibt aber unser Horizont. Die Performance nutzt rohe physikalische und technologische Elemente: Sensoren, Körper, Schwingungen. Ein hölzerner Kastenrahmen mit einer Seitenlänge von etwa 2,5 Metern trägt Sensoren, die Klänge erzeugen. Bewegt von einem Tänzer, werden seine Signale von einem Computer verarbeitet und von einem Künstler gesteuert. Der Klang wiederum informiert die Darsteller und schafft eine Schleife zwischen dem Unbelebten und dem Lebendigen. Mit der Zeit wird der Rahmen abgebaut. Was bleibt, ist ein Haufen Holz und Elektronik, der immer noch Werte überträgt und nun einen gleichmäßigen Klang erzeugt, der während des gesamten Festivals als Installation bestehen bleibt.
Sa. 11.10. 18 – 20 Uhr Performance
So. 12.10. 14 – 18 Uhr Installation Ausstellung
kleine Weinkirche / WH22 cdw Kulturareal
Im Jahr 2024 haben wir als Künstlerduo an dem Kurzprojekt Angles zusammengearbeitet. Da wir aus unterschiedlichen beruflichen Bereichen kommen, möchten wir diese Zusammenarbeit gerne fortsetzen und unser gemeinsames Wissen und unseren künstlerischen Ausdruck vertiefen. Moa Florell ist eine zeitgenössische Tänzerin, Performerin und Choreografin aus Trosa, Schweden, mit mehr als 15 Jahren Bühnenerfahrung in Schweden, Deutschland, Italien und Portugal. Seit 2024 lebt sie in Kassel, wo sie als Mitglied des Vereins Tanzwerk zur freien Tanzszene beiträgt. Neben der Teilnahme an kollektiven künstlerischen Projekten entwickelt sie eigene Werke, darunter „Tag Für Tag“ und „Unveiling Layers“. Ihre künstlerische Praxis untersucht grundlegende menschliche Themen wie Identität, Kommunikation und Beziehungen mit dem Ziel, emotionale Resonanz zu erzeugen und das Publikum zum Nachdenken über seine eigenen Erfahrungen anzuregen. Jonas Eschner ist ein bildender Künstler und Musiker aus Kassel mit über zehn Jahren Ausbildung im Bereich Kunst. In seiner Praxis erforscht er die Verschmelzung von digitaler und akustischer Welt und verbindet interaktives Design mit Live-Performance. Er arbeitet mit CG und Animation, aber auch mit der Programmierung von Echtzeitanwendungen, digitaler Modellierung und benutzerdefinierten Schnittstellen, wobei er ein Gleichgewicht zwischen systematischen Techniken und menschlichem Ausdruck anstrebt.
Untersuchung der materiellen Eigenschaften abstrakter Klänge mit Supercollider und Pure Data.
Freitag 10.10. 20.30 Uhr
neue Nachrichtenmeisterei
Samuel Julian Grace ist ein Künstler, der vorwiegend mit Klang arbeitet, um dessen Beziehungen zu Körper und Geist zu untersuchen. Samuel arbeitet abstrakt, indem er Bereiche der Wahrnehmung, Kognition und des Verstehens verdreht und gleichzeitig Definitionen von Kunst hinterfragt.
Ein reguläres Stück, welches sich in iher Symmetrie aufgibt. Die Fläche der Bewegung findet sich in der Kante der Metrik. Wir sind zwei mit 5 Körpern, die heimlich zu 7 unmöglichen Polyedern werden. Haben wir der zugrundeliegenden Blume des Lebens gelauscht oder einen Riss in den Grund gezogen. Ein Zusammenspiel aus Klang und Tanz.
Freitag 10.10. 23.30 Uhr
Neue Nachrichtenmeisterei
Im Jahr 2021 schloss Franzi ihr Studium der Bildenden Künste an der Kunsthochschule Kassel mit den Schwerpunkten
Neue Medien/Installation/Performance ab. Sie experimentiert mit der Verkörperung von Poesie in
Tanz- und Stimmperformance. Ökosomatische Rituale, alchemistische Arbeit mit Text und Textilien
sowie die Erforschung von Bewegung durch Berührung in Partner- und Gruppenkonstellationen bilden die Grundlage
ihrer Praxis. Außerdem absolvierte sie eine Ausbildung zur zeitgenössischen Bühnentänzerin bei Sozo
Visions in Motion Kassel.
FrAnZ hat 2024 den Bachelor of Music, von der Musikakademie Kassel, erhalten. Seitdem klimpern und klopfen zeitgenössischer und weltweit inspirierter Musiker
Live-Komposition basierend auf Tonbandschleifen, gesprochenem Wort und Geräuschen.
Samstag 11.10. 22.15 Uhr
Neue Nachrichtenmeisterei
Mein Name ist Sidney Mantei. Ich bin Künstler und lebe in Kassel. Ich beschäftige mich hauptsächlich mit Multimedia-Installationen, aber auch mit klangbasierter Kunst wie Musik und experimentellen Klangperformances.
Wir sind ein Duo, das an der Kunsthochschule Kassel studiert und beide eine Leidenschaft für atmosphärische Klänge und Poesie hat. Normalerweise sind wir in verschiedenen Disziplinen tätig, aber für unseren ersten gemeinsamen Auftritt kommen wir zusammen.
Manchmal, wenn ich gerade irgendwas mache – oder einfach nur gedankenverloren rumsitze – höre ich plötzlich so ein bedeutungsloses Geräusch aus dem weißen Rauschen. Und irgendwie erkenne ich darin einen Rhythmus. Nicht, dass der besonders mitreißend wäre oder richtig zum Tanzen einlädt. Aber trotzdem… genau solche leisen, unauffälligen Klänge bringen mich manchmal dazu, mich einfach zu bewegen.
Samstag 11.10. 21.30 Uhr
Neue Nachrichtenmeisterei
Vita
Dokfestlounge Kassel 2023 Bruit Secret mit YSL Gropius Bau Rehearsal studio Berlin 2024 Bruit Secret mit YSL apiece gallery Vilnius 2025
Eine audiovisuelle Performance, die auf der bidirektionalen Transformation zwischen Video- und Audiosignalen basiert. In diesem experimentellen Format werden visuelle Informationen – Helligkeitswerte, Farbintensitäten, Bewegungsmuster – in Echtzeit in akustische Strukturen übersetzt: Licht wird zu Klang, Bewegung zu Rhythmus, Farbe zu Frequenz. Der Transformationsprozess funktioniert in beide Richtungen – Audiosignale modulieren wiederum die visuelle Ebene und erzeugen abstrakte Bildwelten, die direkt aus den Schwingungen und Obertönen der Musik entstehen. Diese Rückkopplungsschleife zwischen den Modalitäten erschafft ein sich selbst organisierendes System, in dem Sound und Vision in ständigem Dialog stehen. Pixelraster werden zu Oszillatorfeldern, Wellenformen materialisieren sich als geometrische Strukturen.
Freitag 10.10. 23 – 23.15 Uhr
Neue Nachrichtenmeisterei
Videodilettanten ist ein 2017 von Elko Braas und Jan Heise gegründetes audiovisuelles Kollektiv, das sich der Erforschung und künstlerischen Anwendung analoger Videotechnik verschrieben hat. Das Projekt bewegt sich bewusst jenseits der digitalen Perfektion und nutzt die charakteristischen Eigenschaften analoger Signalverarbeitung – das Rauschen, die Verzerrungen, die unvorhersehbaren Interferenzen – als gestalterische Elemente. Die Videodilettanten entwickeln audiovisuelle Performances, die die elektromagnetischen Eigenschaften von Videosignalen in den Mittelpunkt stellen. Durch experimentelle Verschaltungen, Feedback-Loops und die Manipulation historischer Video-Hardware entstehen lebendige, organische Bildwelten, die sich in Echtzeit mit akustischen Elementen verweben. Neben Live-Performances realisiert das Kollektiv auch Installationen, die den Raum als erweitertes Instrument begreifen, sowie VJ-Sets, die Club- und Festivalkultur mit medienarchäologischen Ansätzen bereichern. In ihrer Arbeit kooperieren Braas und Heise regelmäßig mit Künstler*innen wie Jan Grebenstein, wodurch sich das kreative Spektrum des Projekts kontinuierlich erweitert. Die Arbeit der Videodilettanten steht für eine bewusste Regression in der Technikgeschichte – nicht aus Nostalgie, sondern als kritische Praxis, die den vergessenen ästhetischen Potenzialen obsoleter Technologien neue Relevanz verleiht. Das Projekt verbindet handwerkliches Können mit konzeptueller Schärfe.
Das Projekt „Face the Music oder Der König von Kassel und der grundlegende Wandel des lokalen Nachtlebens” befasst sich mit subkulturellen Bewegungen im Raum Kassel in den späten 1970er und 1980er Jahren, insbesondere mit dem Phänomen der GI-Discos. Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges waren bis 1993 (und in anderen Regionen noch länger) US-Truppen hier stationiert, wobei insbesondere schwarze GIs die Musikszene prägten und beeinflussten. Die Vielfalt und Vielfältigkeit der damaligen Clubszene und Musikstile hat mich angesichts der aktuellen Situation der Szene in Kassel und Umgebung überrascht und fasziniert. Insbesondere für schwarze Amerikaner wurde Kassel in den 1970er und 1980er Jahren zu einem zentralen Knotenpunkt für Musik und Austausch. Viele Clubs und Konzertveranstaltungen konzentrierten sich vor allem auf schwarze Genres wie Soul und Funk, später auch Electro und frühen Rap. Daraus entstanden eine Reihe von Bandprojekten zwischen US-Amerikanern und lokalen deutschen Musikern, von denen einige nur von kurzer Dauer waren und ihre Musik oft unabhängig veröffentlichten.Musikalisch brachte diese Zeit viele spannende Umwälzungen mit sich, die zu Genres führten, die noch nicht vollständig ausgebildet waren oder mit anderen Stilen verschmolzen. Neben dem sozialen Kontext und dem politischen Hintergrund interessiere ich mich besonders für die Entstehung und den Wandel der Szene und ihr Potenzial, Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund ein Gefühl der Identität zu vermitteln. Ebenso wichtig sind die Art und Weise, wie Rassismus in der Nachkriegszeit in Deutschland und den USA behandelt wurde (was sich manchmal auch auf das Leben in den Kasernen übertrug), sowie die verschiedenen Formen der kulturellen Aneignung, die innerhalb der Musik und des Nachtlebens stattfanden. In Bezug auf die Region interessiere ich mich auch für die Vergänglichkeit vieler subkultureller Trends und ihren Einfluss auf spätere Entwicklungen. Formal verwende ich für die Lecture Performance drei Vinyl-Veröffentlichungen von Kasseler Bands aus den 1980er Jahren, um verschiedene Aspekte und Entwicklungsstadien der Szene zu beleuchten. Darüber hinaus verwende ich eigene sowie gefundene Fotografien, Videoausschnitte von Live-Auftritten, Aufnahmen von Partys und Auszüge aus Interviews, die ich mit Zeitzeugen und Experten geführt habe.
So. 12.10. 16 Uhr
RadioHub Mimikri
Holger Jenss arbeitet mit Fotografie, bewegten Bildern und Ton. Seine Forschung und künstlerische Praxis konzentrieren sich auf die Analyse normativer Bildwelten, die Konstruktion subkultureller und mainstreamiger Kontexte durch visuelle Codes und deren Übersetzungen sowie postkoloniale Perspektiven auf Fotografie und Populärkultur. Von 2018 bis 2024 lehrte er an der Kunsthochschule Kassel als künstlerischer Mitarbeiter im Bereich intermediale Fotografie. Er lebt und arbeitet in Kassel.
Auf dem Range Festival präsentiert Monoyama eine Live-Performance, die sich mit der Verschmelzung von Klangmodulation und kurzen, vor Ort aufgenommenen Aufnahmen befasst. Durch die Kombination dieser unmittelbaren Feldaufnahmen mit komplexer elektronischer Bearbeitung entsteht eine komplexe und dennoch feinfühlige Klangmischung. Dieses dynamische Zusammenspiel schafft eine neue Art der Klangwahrnehmung und lädt das Publikum zu einem immersiven und reflektierenden Hörerlebnis ein.
Freitag 10.10. 23.30 Uhr
Neue Nachrichtenmeisterei
Monoyama lotet die Grenzen des Klangs an der Schnittstelle von Raum und digitaler Ästhetik aus.
Seine Werke verbinden komplexe Texturen mit minimalistischer Klarheit und schaffen immersive Klanglandschaften, die die Wahrnehmung herausfordern und die Zuhörer auf eine sinnliche Entdeckungsreise einladen. In seinen Performances entfaltet sich seine Architektur mit einer kontemplativen Intensität, die Neugier weckt und Raum für Reflexion schafft.
Durch nichtlineare Zeiterfahrungen mögliche Zukünfte katalysierend, verweben Cat Woywod’s Live-Kompositionen Klangtopografien mit Feldaufnahmen, elektronischer Bearbeitung und Stimme.
Zwischen Meditation und Katharsis, reflektieren ortsspezifischen Rituale menschliche und nicht-menschliche Sinneserfahrungen. Häufig für Filmmusik, Klanginstallationen, Instrumentalkompositionen und Sounddesigns beauftragt, arbeitet Cat Woywod auch als Live-Performer international mit Tänzern und multidisziplinären Künstlern zusammen.
Durch die Ohren träumen, schafft es einen Zeit-Raum für klangvolle Cripqueer-Hoffnung inmitten apokalyptischer Katastrophen.
„Like Ghosts in the Sun“ – Live Composition Remixes
Samstag 11.10. 21.30 Uhr
Neue Nachrichtenmeisterei
Cat Woywod hinterfragt Wahrnehmungsgewohnheiten.
Als Nachfahre von Kunsthandwerker*innen in Post-Mauerfall Deutschland geboren, wuchs es im Silicon Valley, USA, im Braunkohlebergbau am Niederrhein, in der Kalk-, Schiefer- und Metallindustrie des Bergischen Lande und auf den Ackern der oberbayerischen Voralpen auf und landete 2016 in Kassel
Cat Woywod arbeitet als freischaffende*r Künstler*in, Sounddesigner*in, Ton-und Lichttechniker*in und Drag-Thing mit eigenartigen Wahrnehmungen von Zeit und Raum. Im Jahr 2023 wurde es mit dem „Kasseler Kunstpreis für Intermedia-Kunst”der Dr. Wolfgang Zippel-Stiftung ausgezeichnet und ist von 2024 bis 2026 postgraduierte*r Meisterschüler*in für „Klangkunst/Komposition” bei Prof. Kiefer an der HfM, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.
Xorm ist eine audiovisuelle Performance, die in einem fiktiven Science-Fiction-Universum spielt und von Dungeon Synth inspirierte elektronische Musik mit immersiven CG-Visuals verbindet. In einem einstündigen Live-Set taucht Jonas Eschner in die Welt von Xorm ein. Von unendlichen Kasten bis hin zu Frutiger-Delfinen – die Reise kann beginnen.
Das Projekt „Abrasive“ von Allen Homburg arbeitet mit modernen folkloristischen Samples. Stark verzerrt und rapide wiederholt, wirkt der Klang alter Melancholie gegen einen mechanischen Groove.
Experimentelles DJ-Set, gemischt mit eigenen Produktionen sowie Klanglandschaften und Spoken Word
Samstag 11.10. / So. 12.10. 02:25 – 03:25 Uhr
Neue Nachrichtenmeisterei
(b)engel, früher bekannt als gemini, ist ein queere*r DJ und Produzent*in aus Kassel. Wenn sie ihren DJ-Stil beschreiben müssten, würden sie ihn als unberechenbare, energiegeladene Mixes mit 130 bis 190 BPM bezeichnen. Ihre Produktionen unterscheiden sich jedoch davon: Ihre erste EP VOID* basiert auf feministischen Theorien über die Konstruktion des Monströsen in Film und Kino. Sie konzentrieren sich darauf, Geschichten zu erzählen und eine bestimmte Stimmung für beide Disziplinen zu schaffen, die dazu einladen, auf der Tanzfläche von gespenstischen Landschaften zu träumen.
Für das Range Festival wird META eine elektroakustische Live-Improvisation aufführen. Diese Sessions bilden den Kern ihrer musikalischen Arbeit als Kollektiv und sind sowohl musikalische als auch nicht-musikalische Erkundungen ihrer gemeinsamen Gefühle im Moment und eine Reflexion der Umgebung. Sie dauern in der Regel 30 bis 45 Minuten und durchlaufen verschiedene Phasen und Stimmungen. Sie bestehen aus verstärkten akustischen Instrumenten, Synthesizern, mehrstimmigem Gesang und gesprochenem Wort, Klanglandschaften und gefundenen Klängen, die durch ihr gemeinsames Klanggedächtnis und das Vertrauen zueinander miteinander verwoben sind. Die Zuhörer können Klanglandschaften erkunden, sich hinlegen oder zurücklehnen und den kollektiven Traumlandschaften von META folgen.
Samstag 11.10. 20 Uhr
Neue Nachrichtenmeisterei
META ist ein Klang- und Lichtkunstkollektiv mit Sitz in Darmstadt und Schwanheim (GER), das für seine immersiven Ambient-, Drone- und Free-Folk-Improvisationen bekannt ist, die sich mit Themen wie Fragilität, Trauma, Unbewusstem und Trance auseinandersetzen. Seit 2021 spielen sie in wechselnden Konstellationen und zeigten ihre Installationen und Performances unter anderem im Casino Luxembourg, beim Experimance Festival und während ihrer Residency im Frise Künstler*innenhaus Hamburg. Die aktuelle Besetzung umfasst die Lichtkünstlerin Karen Fritz, die Multimedia-Künstlerin Katharina Hamp und den Sounddesigner und Field Recordist Dirk Dullmaier.
Echo – die, der die Sprache genommen wurde, aber das letzte Wort behielt. Ihre Stimme wird neu zusammengesetzt: fragmentiert, geloopt, vervielfacht. Wiederholung als Widerstand, Resonanz als Rückgewinnung von Raum, ein vielstimmiges Selbst, eine emanzipatorische Form?
Freitag 10.10. 20 Uhr
Neue Nachrichtenmeisterei
Thea Josepha Konatsus intermediale Praxis beschäftigt sich mit der Dislokation und dem Einfluss kultureller Prägungen auf das Verständnis von Geschichte und Erinnerung. Erinnerungen, Fragmente und Schnipsel werden in veränderbaren Montagen zusammengeführt und in Geschichten, Bewegtbild und Sound verwoben.