Kategorie: 2026

  • Elkin Kutluer

    Elkin Kutluer

    Ab wann ist Beschleunigung wahrnehmbar, in einer Zeit, in der die Geschwindigkeit in der Gesellschaft überhand genommen hat? Ab wann werden einzelne Töne zu  einem Rhythmus und wann löst sich dieser Rhythmus auf? Wie lange dauert es, bis Veränderung hörbar wird und wie lange kann und will ich darauf warten?

    Die Soundinstallation ist ein Versuch, Zeitwahrnehmungen auf subtile, poetische und spirituelle Art und Weise infrage zu stellen. 

    Elkin Kutluer studiert Bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel. In ihrer künstlerischen Praxis untersucht sie die Strukturen von Raum, Zeit und Bewegung und versucht, Gegensätze in Beziehung zu setzen.

  • ct dug + owen sake

    ct dug + owen sake

    Owen spielt für euch. ct wird ihn begleiten, damit es für euch und eure Freunde (falls ihr möchtet) zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.

    Dieses Mal möchten wir euch ein Erlebnis bieten, bei dem verschiedene Instrumente durch Synthese und Effekte gemischt und moduliert werden. Ein gewissermaßen vorprogrammiertes Konzert, das im Laufe der Zeit unterschiedliche Wendungen nehmen könnte.

  • shasti

    shasti

    shasti (they/them/dia) ist eine in Jakarta geborener Künstlerin, Organisatorin und DJ, die zwischen Berlin und Bochum lebt. Shasti’s Arbeit im Bereich der digitalen Kunst umfasst Performance, audiovisuelle Live-Sets und Multimedia-Produktionen wie Klang und Mixed Realities. shastis Werke schaffen eine Form der Hauntologie, in der die Beziehung zwischen Magie, Technologie, Körper und Gemeinschaft eine politische Wiederverzauberung darstellt. In Zusammenarbeit mit der 3D-Künstlerin songxin schufen sie eine Welt, die von Erinnerungen und der revolutionären Vision von Geistergeschichten geprägt ist. Dia’s Arbeit „Phantom Power“ verbindet digitale Stimmveränderung mit der performativen Verkörperung des Monströsen und war in mehreren Produktionen zu sehen, darunter „Virtual Healing Hub“ von dgtl fmnsm sowie „Unreal Conditionals“ von Janne Kummer und g.h0st.damXg. Derzeit arbeitet shasti am Kunstmuseum Bochum als Mitarbeiter*in für digitale und hybride Kunstvermittlung.

    Ein audiovisuelles Set, das DJing und VJing miteinander verbindet. Das DJ-Set selbst ist eher auf das Erzählen von Geschichten ausgerichtet. Ich beschäftige mich mit den Themen Träume, Fantasie und Isekai – der Vorstellung, in die Spielwelt versetzt zu werden. Anstatt dies als Realitätsflucht darzustellen, biete ich eine Perspektive der Wiederverzauberung an.

  • Brian Liu und Franziska Ullrich

    Brian Liu und Franziska Ullrich

    Brian und Franziska haben beide ihre Ausbildung zu zeitgenössischen Bühnentänzer:innen bei Sozo Visions in Motion in Kassel abgeschlossen. Beide bringen ihre Erfahrung aus langjähriger Musikpraxis, Studium der Bildenden Kunst sowie Fähigkeiten im urbanen- sowie akrobatischen Tanz und Physical Theater mit. 2025 haben sie ihre gemeinsame Bewegungsrecherche begonnen und zeigen regelmäßig improvisierte Duette bei open stages oder Ausstellungen.

    Was fern war, wird klebrig nah. Was im Kern ist, legen wir nach Außen dar. Mit Mikros und Tonabnehmern bekleidet, wird Haut und Haar zu Klangkörpern der Tanzperformance.

  • Mitsitron

    Mitsitron


    Klangkünstler*in, Musiker*in und Programmgestalter*in. Mitsitron erforscht kollektive Wege, sich Gehör zu verschaffen – sowohl als persönlicher als auch als politischer Prozess. Durch den Einsatz queerer Methoden in Klang und Performance versucht Mitsitron, binäres Denken zu durchbrechen und hin zu vielschichtigen Experimenten zu gelangen. Daraus entstehen Momente, in denen Raum für Zuhören und gemeinsame Reflexion geschaffen wird. In Mitsitrons Solo-Sets werden Gitarre und Gesang live mittels Creative Coding bearbeitet. Mitsitron ist in der experimentellen und improvisierten Musikszene Rotterdams aktiv und tritt an Orten wie Worm, Roodkapje, Varia, Time is the New Space sowie im iii in Den Haag auf. Mitsitron ist zweimal beim Art Meets Radical Openness Festival in Linz aufgetreten, 2024 und 2026. Studiert hat Mitsitron an der Panteion-Universität in Athen und bei Radio Operator in Rotterdam, bei Creative Coding Utrecht und beim REMIX-Festival in Hilversum über Arbeiten gesprochen. Als Teil der Plattform „Platform for Extratonality“, organisiert Mitsitron Workshops und Performance-Abende rund um nicht-dominante Klangerzeugung organisieren und ist Mitglied des Kollektivs Varia, das kulturelle Arbeit im Gegensatz zu Big Tech erforscht. Für das Jahr 2026 ist Mitsitron als Programmgestalter für das MaMA Rotterdam tätig und kuratieren eine Ausstellung über Trauer aus sozialer und politischer Perspektive und verfügt über einen Hintergrund in Architektur, Jazzgitarre und experimentellem Verlagswesen.


    „Lament for the weird“ ist eine Performance zum öffentlichen Trauern. Ein Raum zur Aufarbeitung der Zerstörung, die durch Normativität verursacht wurde. Dieses Lament ist Mitsitron’s Versuch, sich wieder mit den klanglichen Traditionen und Wurzeln zu verbinden, die Mitsitron aufgrund einseitigen, modernisierten Schulbildung zunächst als vulgär empfand. Mitsitron’s Musik spielt liebevoll mit dem „Griechischen“, das – wie jede nationale Formation – Queers und ethnisch Andere ausschließt. Die „Lament for the weird“ ist im ständigen Wandel begriffen: Sie ist eine Collage aus einer live bearbeiteten E-Gitarre, erweiterten Gesangspassagen, dem visuellen Kodierungssystem „Plug Data“ und griechischen Tonarten, die das Herz derer berühren, die aus ihnen verbannt wurden.

  • Jan Grebenstein

    Jan Grebenstein

    Jan Grebenstein ist Produzent, DJ und Gestalter aus Kassel. Nach Jahren als Schlagzeuger und Gitarrist in verschiedenen Bands debütierte er 2014 solo mit einer Vier-Track-EP auf Downwards Records, dem Label von Regis (Karl O’Connor) – eine Adresse, die seit den Neunzigern für kompromisslose Techno- und Industrial-Ästhetik steht. Unter dem Namen Grebenstein entwickelte er einen reduzierten, körperlichen Sound zwischen Techno, Industrial und experimenteller Elektronik. Es folgten Veröffentlichungen auf den experimentellen Labels Horo – darunter die EP „Gloss“ (2017) – und Osiris Music UK, die seine Handschrift schärften: karge, ökonomische Produktion, Spannung durch Auslassung. 2021 folgte mit GEZA ein zweites Alias: Das Debüt „Dialoge“ auf Avian entstand als Reaktion auf eine Hassliebe zum Techno – produziert unter selbst auferlegten Beschränkungen: maximal fünf Minuten Aufnahmezeit, höchstens vier Spuren pro Stück, ein Synthesizer mit 8-Step-Sequencer. Die Limitierung als Methode zieht sich als Haltung durch beide Projekte. Live und als DJ spielte Grebenstein auf zentralen Bühnen der experimentellen Clubmusik: beim CTM Festival in Berlin, in der Säule im Berghain und im Tresor Berlin – zuletzt 2024 bei „Tresor meets Downwards“ an der Seite von Regis und Ancient Methods –, beim Lunchmeat Festival in Prag, im KHIDI in Tiflis sowie beim Electro-Mechanica Festival in St. Petersburg. Neben der Musik arbeitet Grebenstein als Gestalter bei der Kreativagentur Dorfmeyster und entwickelt visuelle Identitäten und Kommunikationskonzepte, unter anderem für Kultur- und Stiftungsprojekte. Klang und Bild versteht er dabei nicht als getrennte Disziplinen, sondern als zwei Ausdrucksformen derselben Praxis.

    Die Performance verbindet mein Live-Set mit soundreaktiven Visuals, die zugleich die Grundlage des Erscheinungsbilds des Range Festivals bilden. Das Publikum erlebt damit keine Bebilderung von Musik – es sieht der Identität des Festivals beim Entstehen zu. Das Konzept setzt an der Schnittstelle meiner beiden Praxen an und in dieser Performance fallen beide Rollen zusammen: Das visuelle System des Festivals wird nicht abgespielt, sondern in Echtzeit vom Klang gesteuert – Frequenzen, Dynamik und Rhythmus der Musik greifen direkt in Form, Bewegung und Dichte der Grafik ein. Musikalisch bewegt sich das Set zwischen reduziertem Techno, Industrial und experimenteller Elektronik – der Ästhetik meiner bisherigen Veröffentlichungen folgend: karg, körperlich, ökonomisch. Diese Reduktion spiegelt sich im Visuellen: kein dekoratives Beiwerk, sondern ein striktes System, das unter dem Einfluss des Klangs lebendig wird.

  • Felicity Mangan

    Felicity Mangan

    Felicity Mangan ist eine australische Klangkünstlerin und Komponistin, die in Berlin lebt. In ihren Klangwerken verbindet sie Feldaufnahmen, Synthese und elektroakustische Kompositionstechniken, woraus eine quasi-bioakustische Musik entsteht. Ihre Arbeiten wurden in Mehrkanal-Installationen, Live-Auftritten, ortsspezifischen Kontexten und auf verschiedenen Musikalben präsentiert.

    Live-Performance mit elektroakustischen Klängen, bei der Feldaufnahmen und FM-Synthese kombiniert werden, um quasi-bioakustische Musik zu erzeugen.

    felicitymangan.org

  • Maerie C. Fricke

    Maerie C. Fricke

    Maerie C. Fricke arbeitet mit Sound, Materialität und prozessbasierten skulpturalen Installationen. Ausgehend von Recherche entwickelt sie intermediale Arbeiten, die sich mit materiellen Spuren, technischen Infrastrukturen und Formen der Übertragung auseinandersetzen. Aktuell beschäftigt sie sich mit einem partisanischen Verständnis von Widerstand durch Wissensaneignung und erforscht die Geschichte und Materialität von Radios als Orte der Kommunikation, des Kontakts und der politischen Handlungsmacht. Nach einem Erasmusjahr im Bereich Ortsbezogene Kunst an der Universität für angewandte Kunst Wien wechselt sie von der Kunsthochschule Kassel an die Kunstakademie Düsseldorf in die Klasse von Nina Canell.

    per ardua ad astra (870 kHz) Eine Botschaft voller Fragen an das Universum wird über einen selbstgebauten AM-Sender ausgestrahlt und von analogen Radios empfangen. Umhüllt von Staub, Störungen und elektromagnetischem Rauschen spiegelt sich das Signal in der sich ausdehnenden Funkblase der Erde als ein treibendes Archiv wider, in dem die Sendungen noch lange nachklingen, nachdem ihre Stimmen bereits verhallt sind.

  • Clemens Pitschke

    Clemens Pitschke

    Clemens Pitschke ist Akustiker und Field Recordist. Er ist Mitbegründer des multidisziplinären Klangexplorationsprojekts „Land.Schafft.Sound.“, in dessen Rahmen er Workshops organisiert und leitet sowie Experten aus verschiedenen Bereichen – darunter Naturschutz, Wissenschaft und Musik, welche sich in ihrer Arbeit intensiv mit Sound auseinandersetzen – eingeladen hat Weiterhin ist er Vorstandsmitglied des GERÄUSCHKULISSE e.V. aus Leipzig, einem Verein, der das Hören klar in den Mittelpunkt stellt und Formate wie Radiofeature, Klangkunst und Performances seit über 10 Jahren eine Bühne gibt. In den letzten Jahren hat Clemens sich intensiv mit den Themen Bioakustik und Soundscape Ecology auseinandergesetzt und mittels Field Recordings sowohl zu Citizen Science Projekten beigetragen als auch kreative Arbeiten für z.B. den Deutschlandfunk produziert. Im Fokus seiner Arbeit steht die Wissensvermittlung und die aktive Auseinandersetzung mit unserer akustischen Umwelt mittels Soundwalks, Workshops und Field Recording Sessions.

    Zum diesjährigen Range möchte ich gerne eine Mischung aus Soundwalk und Vogelstimmenführung anbieten. Einleitend soll es ums Hören und die Wahrnehmung von Schall bezogen auf Menschen und die Tierwelt gehen. Mit zwei kleinen Hörübungen schärfen wir unseren Hörsinn und erkunden im Anschluss in einem 1-2h Soundwalk einen Ort in Kassel. Hierbei werden wir im Gegensatz zum klassischen Soundwalk – bei dem ausschließlich das Hören und erfahren der akustischen Umwelt im Mittelpunkt steht und in der Regel nicht gesprochen wird – zwischenzeitlich auch über das, was wir in dem akuten Moment hören, reden. So wird schnell deutlich, wie individuell zum einen die Wahrnehmung für jede Person ist und zum anderen, wie schwer es manchmal ist Schall mit Worten zu beschreiben, so dass es für alle greifbar wird und man eine gemeinsame Klangsprache findet. Im Oktober nimmt die Aktivität der meisten Vögel ab. Einige ziehen weg, sind auf Rast bei uns zu Gast oder kommen für die Wintermonate an. Gerade diese etwas geringere Aktivität hilft uns dabei uns auf bestimmte Arten zu konzentrieren und so einen Einstieg in die Vogelstimmen und das gemeinsame Hören zu finden.

    www.clemenspitschke.de

  • Olaf Val

    Olaf Val

    Olaf Val (geb. 1968 in Hanau) studierte Kunst in Kassel und schloss sein postgraduiertes Studium an der Kunsthochschule für Medien Köln ab. Seit 1996 stellt er regelmäßig aus, darunter bis 2014 auch international, arbeitet seit 2003 als freischaffender Künstler und lehrt seit 2004 als Dozent. Von 2012 bis 2022 war er aktives Vorstandsmitglied des Kasseler Kunstvereins, für den er u. a. Einzel- und Gruppenausstellungen kuratierte. Seither hat sich sein künstlerisches Interesse auf ökologische Fragestellungen verlagert, die er zunehmend auch im Medium der Soundart verfolgt – mit dem Anliegen, eine poetische Wertschätzung der Umwelt durch Klang erfahrbar zu machen.

    THRESH()LD In einer Zeit, in der gesellschaftliche und ökologische Systeme zunehmend unter Druck stehen, entwickelt das Mehrkanal-Klangobjekt THRESH()LD eine akustische Sprache für die Erfahrung struktureller Fragilität. Die Installation erkundet jene kritischen Grenzbereiche, in denen Materialien, Körper und soziale Gefüge kurz vor dem Zusammenbruch stehen – einen Zustand, der sich als „Weltrisikogesellschaft“ beschreiben lässt. Anders als viele raumgreifende Klanginstallationen bündelt Threshold seine Energie in einem kompakten, skulpturalen Körper. Die Arbeit entfaltet sich nicht durch Ausdehnung, sondern durch Verdichtung: Ihre geringe Größe fordert ganz bewusst die Annäherung. Erst wer sich nähert, erfährt die feinen Schwingungen, Spiegelungen und klanglichen Prozesse. So wirkt die Skulptur weniger wie ein Lautsprechersystem als wie ein künstlerisch-technischer Körper, in dem physikalische Prozesse und subjektive Wahrnehmung aufeinandertreffen. THRESH()LD verwandelt die kontemplative Kunstbetrachtung in eine kollektive Belastungsprobe. Die dissonaten Klangfrequenzen fordern die physischen und psychischen Toleranzen der Besucher*innen heraus und machen die eigenen Schwellenwerte unmittelbar spürbar. Damit positioniert sich THRESH()LD als kritische Intervention in einer Zeit multipler Krisen: Es macht hör- und fühlbar, was oft abstrakt bleibt. Die Installation wird so zu einem Instrument, das die Verschiebungen unserer Gegenwart registriert und in eine intensive sinnliche Erfahrung übersetzt. 12 Kanal-Audio-Objekt Plugdata-Sketch mit einer generativen Komposition 1 Raspberry Pi 5 2 ESI Gigaport eX Audio-Interfaces 6 ZHITING 200W TPA3116 Verstärker 8 VISATON SC 10N Hochtöner 4 LAVOCE Bastreiber mit aufgeklebten Spiegeln

  • Anja Kellner und Hakon Hennig

    Anja Kellner und Hakon Hennig

    Anja Kellner ist eine vielseitige Künstlerin, deren interaktive Installationen, kinetische Arbeiten und Medienkunst gesellschaftspolitische Themen wie Nachhaltigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und die Auswirkungen der digitalen Revolution auf den Alltag reflektieren. Der Arbeitenzyklus „Deja-Vú Tabula Rasa“ verdeutlicht ihre Fähigkeit, künstlerische Visionen mit technologischen und sozialen Innovationen zu verbinden. In Installationen wie „Auge um Auge“ oder „Forced Swing“ erzählt sie mit Klängen von Erinnerungsfragmenten und Resonanzkatastropen. Bei der Entwicklung der „LiSe – dem Lichtsensor“, der Blinden neue Barrierefreiheiten erschließt, stellt sie ihr kreatives, technisches Können unter Beweis. Mit künstlerischer Sensibilität greift sie umweltpolitische Themen bei der Konstruktion alternativer „dye-sensitized solar cells“ auf. Ihre künstlerische Forschungsarbeit fließt in Projekte, wie „Power Plant“, einemultimediale Installation, bei der über mikrobielle Brennstoffzellen CO2 negative Energie erzeugt. Das Perpetuum Mobile stellt als positive, utopische Erzählung dar zur Bewältigung der Klimakrise. Ihre Erfahrungen fließen in eine Gastdozentur im Wintersemester 2024/25 zu den Themen „Internet of Things“ und „Klangwelten“ an der Kunsthochschule Kassel. Ebenso hat die langjährige Tätigkeit in der Hakon Hennig, Elektronikentwickler und Künstler mit einem Hintergrund in Elektrotechnik und Fotografie ergänzt diese Perspektive durch seine technische Expertise. Seine Mitwirkung an Tarek Atouis Projekt „Metastable Circuit 1“ (documenta 13) sowie bei Kunstinstallationen wie „Gespräch unter vier Augen“, „Erraquisition“ oder „ComfortClock“ zeigt seine Fähigkeit, technische Systeme in künstlerische Kontexte zu integrieren. Transparenz und die Offenlegung technischer Bauteile und Schaltungstechnik prägen sein künstlerisches Arbeiten. Mit der Entwicklung einer Vakuumkammer für Elektronenbeugung und der Konzeption einer innovativen Schaltung für sein Polarskop stellt Hakon sein tiefgründiges und umfassendes Verständnis für komplexe Systeme eindrücklich unter Beweis. Diese Komplexität wird in den kinetischen Arbeiten ästhetisch greifbar.

    Magnetic Light Score Ausgangspunkt des Projekts ist die Untersuchung analoger Videotechnologien als klangliche und bildgebende Instrumente. Im Zentrum steht ein Videorekorder, der nicht ausschließlich als Speichermedium verstanden wird, sondern als elektro-mechanischer Resonanzkörper. Seine Schaltungen, Magnetköpfe und Signalpfade bilden ein System, in dem Bild, Licht und Klang kontinuierlich ineinandergreifen. Eine Live-Kamera erzeugt ein permanentes Videosignal, das unmittelbar durch den Videorekorder geleitet und auf einem Röhrenmonitor ausgegeben wird. Parallel dazu werden Lichtimpulse des Bildsignals in akustische Ereignisse übersetzt. Helligkeitsverläufe, Kontraste und zeitliche Veränderungen werden zu Frequenzen, Impulsen und kontinuierlichen Klangstrukturen transformiert. Das audiovisuelle System entwickelt sich dadurch zu einer geschlossenen Feedback-Architektur, in der sich Bildproduktion und Klangproduktion gegenseitig beeinflussen. Das Projekt versteht Übersetzung nicht als verlustfreie Übertragung von Information, sondern als materiellen Prozess. Jeder Übergang zwischen Licht, elektrischem Signal, Magnetisierung und Schall verändert die Eigenschaften des Ausgangsmaterials. Die Apparatur produziert keine Repräsentation, sondern eine Folge physischer Transformationen, deren ästhetische Qualität unmittelbar aus den Eigenheiten der verwendeten Technologien entsteht. Das Licht hört zu wenn der Videorekorder zum Instrument wird. Kein Archiv, sondern ein atmender Resonanzkörper. Eine Kamera blickt in den Raum und schreibt die Gegenwart in magnetische Spuren. So entsteht eine Partitur. Das Licht komponiert sich selbst. Am Ende bleibt kein aufgezeichnetes Bild und keine abgeschlossene Komposition. Es bleibt ein Kreislauf. Ein fortwährendes Lauschen zwischen Licht und Klang, zwischen Oberfläche und Tiefe, zwischen dem, was sichtbar wird, und dem, was schon immer hörbar gewesen ist.

  • Kollektiv eigenklang

    Kollektiv eigenklang

    Kollektiv eigenklang entstand 2017 in der Kasseler Subkultur, als die Gründungsmitglieder im Rahmen der documenta fourteen zusammenfanden, um die Möglichkeiten von organischem Live-Looping und partizipativer Musik zu erforschen. Aus diesem Anfang entwickelten sich die eigenklang-Installation und eine gemeinsame Mission: interaktive Happenings zu schaffen, bei denen das Publikum Kunst und Kultur nicht nur konsumiert, sondern aktiv an ihrer Entstehung teilhat. Das Kollektiv setzt sich zusammen aus schmackhaften multidisziplinären künstlerischen Grundzutaten und wird je nach Ort und Kontext durch befreundete Künstlerinnen verfeinert und abgeschmeckt. Neben der eigenklang-Installation arbeiten die Künstlerinnen mit visuellen Installationen, inklusiver Kunst- und Medienpädagogik sowie professionellen (360°-)Audio- und Videoproduktionen. Sie sind spezialisiert auf inklusive Community-Arts-Projekte, verfügen über langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung und gestalten Multimedia-Produktionen, die für alle Teilnehmenden zugänglich sind. Interaktion und Improvisation sind wesentliche Elemente ihres künstlerischen Schaffens. In über acht Jahren hat Kollektiv eigenklang mehr als 300 eigenklang-Happenings mit tausenden Menschen in den unterschiedlichsten Kontexten und Ländern veranstaltet – von Clubs, Festivals und Galerien über Wohnprojekte, Straßenkreuzungen und Flussschiffe bis hin zu Regenwaldlichtungen – und dabei die technische Installation sowie die interaktive Performance kontinuierlich weiterentwickelt. Kollektiv eigenklang bewegt sich im Bereich der Community Arts und Community Music, semi-nomadisch zwischen Touring und Gemeinschaftsleben. Das Kollektiv lebt und produziert im ländlichen Brandenburg, arbeitet auf Schloss Bröllin – einem internationalen Kunstproduktionsort – und ist unterwegs zwischen Leipzig und Berlin, immer wieder zu Gast bei verschiedenen Projekten und Gemeinschaften. Diese Lebensweise spiegelt ihr Engagement für authentische Gemeinschaftsarbeit wider und lässt jedes eigenklang-Happening vom jeweiligen kulturellen und sozialen Kontext geprägt werden.

    eigenklang ist eine interaktive audiovisuelle Erfahrung, die sich schwer beschreiben lässt. Aufgrund wechselnder Settings, unterschiedlichster Teilnehmerinnen und des Forschungsdrangs des dahinterstehenden Kollektivs ist jede Erfahrung anders: Soundspielplatz, musikalisches Teambuilding, ganz persönliche Klangtherapie oder kollektiver Audiotrip. Der technische Vorgang bleibt immer derselbe: Alle Teilnehmenden sind über Funkkopfhörer mit einem binauralen Mikrofon im Zentrum der Installation verbunden – einer menschlichen Discokugel, die alles hört, was um sie herum geschieht. Mit Loops, Effekten, Samples und Synthesizern entstehen faszinierende Klangwelten, die zum Eintauchen einladen. Die Teilnehmenden können lauschen und genießen oder sich mit der eigenen Stimme, dem Atem, Bewegungen oder jedem anderen Klang einbringen – als Musikerinnen, visuelle Künstlerinnen, Tänzerinnen oder in jeder Ausdrucksform, die entsteht. eigenklang experimentiert mit neuen Formen interaktiver musikalischer Happenings und verwischt die klassischen Grenzen zwischen Zuhörenden und Künstlerinnen, Musik und Zufall, Realität und Wahrnehmung. Jedes Happening ist eine Übung in Gleichberechtigung und nonverbaler Kommunikation durch Klang – denn Musik war schon immer die Sprache, die alle verstehen. Die spielerischen Räume verwandeln das Publikum von passiven Zuhörenden in verspielte Musikerinnen und – hoffentlich – in ein fantastisches Orchester der Klänge. Verwurzelt in der Kasseler Subkultur, wo das Kollektiv während der documenta fourteen (2017) zusammenfand, kehrt eigenklang mit dem RANGE Festival nach Hause zurück: eine interaktive audiovisuelle Installation mit Funkkopfhörern, offen für kollektives Erforschen – ein experimenteller Spielplatz für die Sinne, eine Einladung an die verspielte Seele und für manche auch Therapie. Wir laden euch ein auf eine Klangreise zu Orten, die ihr noch nie erlebt habt.

  • Samuel Goldbourne / djfroggy69

    Samuel Goldbourne / djfroggy69

    Ich mag es, ein Gefühl der Fülle zu erzeugen, deshalb setze ich oft auf viele Schichten. Das kann zum Beispiel so aussehen: Ein Track dient als Grundgerüst des Mixes, darüber gelegt wird ein weiterer Track, der die Mitten übernimmt, und ein dritter, den ich in den Höhen platziere. Und dann füge ich von Zeit zu Zeit Gesang hinzu. Ich bewege mich gerne von sphärischen, assoziativen, nicht-figurativen Elementen hin zu direkter Erzählung. Mehrkanal-Installationen fühlen sich wie die logische Fortsetzung des Mixens als DJ an. Mixen, aber gedacht in einem räumlichen Kontext, in dem man je nach Körperposition eine andere Version des Stücks hört. Kunst zusammensetzen, wobei jeder Teil ein Sample ist, ein Stück einer Collage. Lautsprecher positionieren, Samples positionieren, Besucher positionieren. Klang als ein Phänomen, zu dem man sich hinpositionieren kann. Meine Erfahrung als ein Erlebnis, zu dem man sich hinpositionieren kann. Samples, die ich als Erzählungen verwende, positioniere und verzerre ich, verschiebe und verlege – man kann sich darauf ausrichten. Klangmaschinen lassen einen intensiver fühlen, entlang eines breiteren Spektrums an Emotionen als jemals zuvor im 20. Jahrhundert. Klanglich gesehen ist das posthumane Zeitalter kein Zeitalter der Entkörperlichung, sondern genau das Gegenteil: Es ist eine Hyperverkörperung, vermittelt durch den Technics SL 1200. (P00(-002), Kodwo Eshun, More Brilliant Than the Sun: Adventures in Sonic Fiction, 1998)

    Phänomenologie und die Platzierung von Objekten und Klängen im Raum – Collage und Sampling als Praxis der Kontextualisierung – Kontextualisierung und Phänomenologie – Mein queerer Körper im Kontext – Creolite – Kreolisierung – christlich – Klang und Phänomenologie – Bühnenbild – Ich glaube weder an die Hölle noch an den Himmel. Ich glaube an Liebe und an Gemeinschaft, daran, im Unrecht Recht zu haben und Dinge auszuprobieren. Ich glaube, dass weiße Vorherrschaft das Dazwischen auslöscht. Ich glaube an Veränderung und ich glaube an Hoffnung. Ich glaube, dass man verändern kann, wie man seinen Fokus verlagert, wie der Blick gerichtet ist, wie man sein Handeln anpasst. Ich glaube, dass sich vieles verändert hat, in dem Moment, als ich Liebe in meinen Blick auf meinen Körper und meine Queerness legte. Ich glaube an den Nutzen von Wut und an die Kraft des Erotischen (Audre Lorde). Ich glaube daran, dass meine Freunde und meine Familie entscheidende Faktoren für Veränderung sind. Ich glaube, dass Angst eine zerstörerische Kraft ist. Ich glaube tatsächlich an Freundlichkeit und Ehrlichkeit. Ich glaube an die Dekolonialisierung des Geistes. Ich glaube, dass man weder im Kapitalismus noch in der weißen Vorherrschaft Liebe finden wird. Ich glaube, dass die Zerstörung der weißen eurozentrischen/westlichen Vorherrschaft in unseren unmittelbaren Gemeinschaftsstrukturen beginnt. Werkangaben: Papa, kannst du mich hören?, 2026, 8-Kanal-Klanginstallation, 30 Min., Puppe, 4 verschiedene Zines in 4 verschiedenen Farbvarianten, FIMO-Blumen, Ausschnitte von Johann Sebastian Bach, Minnie Ripperton, Eraserhead, Heaterlady, Motherlode, Sunday Service Choir, Yulola, Muva Earth, Halloween-Geräusche

  • Sven Berg aka monoyama

    Sven Berg aka monoyama

    Sven Berg ist ein deutscher Sound-Artist, der unter dem Namen monoyama arbeitet. In seiner künstlerischen Praxis untersucht er Klang eher als Zustand denn als Medium. Durch Reduktion, autonome Systeme und räumliche Installationen erforscht er, wie sich die Wahrnehmung verschiebt, wenn Klang als Struktur, Verhalten und Material verstanden wird. Im Zentrum seiner Praxis steht die selbst entwickelte Mobile Laser Projection Machine (MLPM) – ein System, das Frequenzen durch mechanische Transduktion in präzise Lichtgeometrien übersetzt. Digitale Daten, elektromagnetische Signale, weißes Rauschen und aufgezeichnete Objekte dienen ihm als Material für Arbeiten, in denen Klang über das Hören hinaus wahrnehmbar wird. Anstatt Narrative zu produzieren, offenbaren die autonomen Systeme ihre eigene interne Logik. Klang, Licht und Raum fungieren als miteinander verbundene Zustände, wodurch verborgene Beziehungen durch minimale Intervention und präzise technologische Prozesse sichtbar werden. Seine Installationen und Performances schaffen Bedingungen, in denen Klang, Licht und Raum als ein einziges System perzeptibel werden.

    MLPM – Kinetische Raum-Installation begreift Klang nicht als flüchtiges Medium, sondern als unnachgiebigen, raumspezifischen Zustand. Die Arbeit löst die Grenze zwischen auditiver Vergänglichkeit und skulpturaler Präsenz radikal auf. Über drei eigenständig entwickelte Maschinen werden analoge Audiosignale mittels mechanischer Transduktion direkt in messerscharfe Lichtlinien übersetzt. Vergleichbar mit der physischen Reibung einer Vinyl-Nadel in der Schallplattenrille arbeiten die Apparaturen mit echter physikalischer Materie statt digitaler Perfektion, um Frequenzen in präzise Geometrien aus Licht zu zwingen und Klang jenseits des Hörens perzeptibel zu machen. Im Zentrum der Arbeit steht die Verschiebung der menschlichen Wahrnehmung zwischen Sehen, Hören und Fühlen. In der totalen Dunkelheit des Raumes übernimmt das Auge die Führung: Die Rezipienten sehen den Klang als Struktur, noch bevor das Ohr das Signal entschlüsselt. Gleichzeitig wandert das Signal als tiefe, somatische Vibration direkt in den Körper. Das Publikum konsumiert keine Narrative, sondern wird Teil eines synästhetischen Systems, bei dem das Auge die körperliche Erschütterung des Raumes regelrecht voraussieht. Durch eine unendliche Programmschleife agieren die drei Maschinen völlig autark und offenbaren ihre eigene interne Logik. Die unbarmherzigen Lichtlinien schneiden durch das Gefüge und fragmentieren die Sichtachsen der Betrachter. Es entsteht eine minimale Intervention von maximaler technologischer Präzision, die Klang, Licht und Raum als ein einziges, zusammenhängendes System erfahrbar macht.

  • Allen Homburg, Sidney Mantei, Samuel Julian Grace

    „Zwanzig bis Zweitausend“ untersucht das Erleben von Klang jenseits der auditiven Wahrnehmung. Dabei werden die technologischen Eigenschaften von Subwoofer und Tieftöner genutzt, um in einer kontrollierten Umgebung tieffrequente Klänge zu erzeugen. Bei angemessener Lautstärke lassen sich tieffrequente Klänge ebenso mit dem Körper spüren wie mit dem Ohr hören und vermitteln so ein intensives multisensorisches Erlebnis. Die unmittelbare Wirkung von Bass und Subbass auf den Körper sowie die Beziehung des Körpers zum architektonischen Raum stehen im Mittelpunkt dieser Gemeinschaftsarbeit von Allen Homburg, Samuel Julian Grace und Sidney Mantei. Jeder der Künstler hat eine ausgedehnte Komposition beigesteuert, die speziell für die Wiedergabe in einem Frequenzbereich zwischen 20 Hz und 2000 Hz konzipiert wurde.

    Ein Subwoofer, 125 × 40 cm; zwei Woofer, 120 × 30 cm

    2026

    Dauer: Loop

    Sidney Mantei 

    Sidney Mantei ist ein Sound- und Medienkünstler, der an der Kunsthochschule Kassel seit 2022 studiert. Neben den bildenden Künsten arbeitet der 29-jährige Heidelberger Künstler an mehr musikalischen Formaten. Durch ein intensives Verhältnis zur Popmusik der 80er Jahre entwickelt Sidney Mantei eine zeitgenössische Reflexion, die das Verzerren von Formaten und Besetzungsformen als integrales künstlerisches Mittel nutzt. 

    Allen Homburg 

    Allen Homburg ist kasseler Klangkünstler und Musiker. Seine künstlerische Praxis besteht aus performativen Formaten, Kompositionen und Forschung zur Klangerzeugung. Starke musikalische Einflüsse sind für den armenisch abstammenden Künstler die elektronische Tanzmusik, Folk Musik der Ashughs.

    Samuel Julian Grace

    Samuel Julian Grace is an Irish–Salvadoran artist based in Germany, working primarily with sound. His practice explores how people experience and make sense of artworks, how perception, attention, and understanding unfold over time. Rather than producing fixed objects, Samuel creates active works that change through interaction, inviting viewers, listeners and the environment to. 

  • KAINA

    KAINA

    Soukaina El Adak ist bildende Künstlerin und absolviert derzeit ihr Bachelorstudium an der Kunsthochschule Kassel. In ihrer künstlerischen Praxis setzt sie sich mit Fragen der Identität, Migration und des kulturellen Gedächtnisses auseinander, wobei ihr besonderes Augenmerk auf postkolonialen und diasporischen Erfahrungen liegt. In ihren Arbeiten, die Malerei, Installation und Performance umfassen, untersucht sie, wie Identität durch Sprache, Repräsentation und kollektive Erzählungen geprägt wird. Ihre Arbeiten speisen sich oft aus persönlichen Erfahrungen und setzen sich gleichzeitig mit übergeordneten sozialen und politischen Kontexten auseinander. Durch ihre künstlerische Praxis möchte El Adak Räume für Reflexion, Dialog und die Hinterfragung festgefügter kultureller Kategorien schaffen.

    Diese Serie knüpft an meine letzte Serie an und taucht noch tiefer in die traditionelle marokkanische Musik ein. Ich möchte die Sprachen, Instrumente und Geschichten hinter den Liedern erkunden.

  • Yonagold

    Ambient Live Set, wenn alles klappt, mit Geige

  • Spiders

    Spiders


    Spiders (sie/ihnen) ist Elektronik- und Spieleentwickler*in sowie ein kleiner, chaotischer SFX-Engel. Spiders baut Synthesizer, tritt als Drag-Künstler*in auf, produzieren elektronische Klangwerke und steht seit 2019 international auf der Bühne.

    „The Dolls Speak“ (Arbeitstitel): Eine Geschichte trans-femininer Gesangsstimmen in der elektronischen Musik. Vom Vocoder über Stimmtrainingskassetten bis hin zu Pitch-Shifting und Vocaloids. Aufbereitet als Performance-Vortrag.

  • Eeva Ojanperä

    Eeva Ojanperä

    ist Medienkünstlerin und Filmemacherin in Kassel. Sie arbeitet mit multimedialen und interaktiven Installationen, die Innen- & Außenräume, Vergangenheit & Gegenwart, Natur & Technologie miteinander verbinden. Ihre multisensorischen Werke erforschen Identität, Verlust, Verbundenheit und Transformation – geprägt von ihrer Geschichte zwischen Finnland, Russland und Deutschland. Als Filmemacherin und Sound Designerin wirkt sie bei Film- und TV-Produktionen mit, gestaltet Festivals wie das Range Sound Festival und widmet sich der Vermittlungsarbeit zu Sound-, Umwelt- und Naturthemen.

    ROOMTONE untersucht Stille als verdichteten sozialen Zustand. Ausgangspunkt ist eine Praxis aus dem Film: Das Aufnehmen von „Roomtones“ – eine Minute scheinbarer Stille jedes Drehortes, die in der Postproduktion unsichtbar wirkt, aber Atmosphäre trägt. Übertragen in den öffentlichen und halböffentlichen Raum entstehen Aufnahmen von Orten des Wartens und der Schwelle: Behörden, Flure, Wartezimmer, Übergangszonen. Diese Räume sind nicht leer – sie sind aufgeladen mit Anspannung, Zeitdruck und Erwartung. Die Stille wird hier zum Resonanzkörper kollektiver Zustände. Die Fragmente werden gemischt, überlagert und rhythmisiert – eine Komposition aus unscheinbaren Momenten, in denen Zeit gedehnt erscheint. ROOMTONE macht hörbar, was sonst ausgeblendet wird: Die Spannung im Stillstand, das Politische im Warten und die Frage, wem Stille gehört – und wem sie auferlegt wird.

  • NØ-1 Lou Lévêque

    NØ-1 Lou Lévêque

    ist Komponistin und Klangforscherin und lebt in Brüssel. In ihrer künstlerischen Praxis bewegt sich Lou zwischen Komposition und Experiment, vermischt Einflüsse aus Barock, Elektronik und Punk und verbindet Komposition, Improvisation und rohe Energie. Lou verankert ihre Musik in einer politischen und sozialen Reflexion und sucht nach Freiräumen, in denen Kunst zu einem Mittel des Widerstands und der Transformation wird.

    „Crumple Nest“ entsteht aus dem Chaos – aus dem Wahnsinn, der an den Rändern der Vernunft kratzt, wo Denken unmöglich wird, wo man versinkt; aus der Depression, die so viele Trans-Leben heimsucht, einem gemeinsamen Nebel – dem rohen Schmerz von durch Trauma pervertiertem Sex, Geschlechtskrankheiten als brutale Mahnungen körperlichen Verrats und der erdrückenden Last der Vergewaltigungskultur. Entstanden in der Höhle des Bettes, diesem zerknitterten Nest als improvisiertem Zufluchtsort, ist das Album ein Balsam, geschaffen, um gemeinsam zu überleben: Alles nistet sich dort ein, verwandelt in einhüllende, heilende Texturen. Das sind keine abstrakten Schrecken; es ist das rohe Fleisch meines anarchokommunistischen, feministischen, prostituierten und transsexuellen Lebens, das in einer Welt kämpft, die die Verletzlichen verschlingt. Das Album schafft einen klanglichen Zufluchtsort: Atemzüge in Angstattacken, die in kraftvollen Lärm übergehen, einhüllende Klänge, die das Chaos in eine uneinnehmbare Festung verwandeln. Politisch ist es ein Schrei gegen den Kapitalismus und seine Ausbeuter – jene, die unsere Luft verschmutzen, Arbeiter*innen ausbeuten, Körper zermalmen. Live-Auftritte kanalisieren diese Wut durch Noise und ahmen dabei die biologische Rebellion des Menschen im Kampf ums Überleben nach. Crumple Nest destilliert diese Energie in glitchige Keuchgeräusche, die in kathartische Befreiung ausbrechen und den systemischen Wahnsinn konfrontieren. Als trans- und militantes Projekt erobert es den Klang als kollektive Waffe und intimen Trost zurück. Die Tracks krümmen sich und entfalten sich wie ängstliche Lungen: dichte Texturen gegen den Druck der Isolation, luftige Weiten für flüchtige Sicherheit. Es ist Musik für Krisen, Ficken, Fieber – intime Elektronik, die das Persönliche politisiert. In einer Kultur, die Schreie erstickt,

  • ELTAVO

    ELTAVO

    ist das Solo-Projekt von J.A. aus Kassel. Nach verschiedenen Live-Formationen – zuletzt bei der Postpunk-Band Cybertier – sowie Kompositionen und Performances für Theater und Film entwickelt er ein elektronisches Live-Set, das Komposition und Improvisation verbindet. Eigene Aufnahmen von Instrumenten, Geräuschen und Field Recordings werden zu organischen Klangtexturen verarbeitet und in Echtzeit neu arrangiert.

    ELTAVO verbindet Electronica, Deep Techno und Organic House zu einem atmosphärischen Live-Set. Gitarre, Field Recordings und gesampelte Fragmente werden live arrangiert, moduliert und verdichtet – zwischen experimentellen Klangräumen, treibenden Rhythmen und organischen Texturen.

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  • Tobias Böhm

    Tobias Böhm

    ist Filmtonmeister und Sounddesigner aus Kassel. Seit vielen Jahren arbeitet er an der Schnittstelle von Film, Dokumentation, Kunst und Klangforschung. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage, wie Klang Geschichten erzählt, Räume erfahrbar macht und unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit prägt. Als Filmtonmeister war er an zahlreichen Dokumentar- und Spielfilmproduktionen beteiligt, darunter die Kinofilme Xoftex, Rave On und Servus Papa – See You in Hell. Seine Tätigkeit umfasst die Aufnahme des Originaltons am Set ebenso wie die kreative Entwicklung akustischer Konzepte für Filmproduktionen. Von 2009 bis 2019 war Böhm wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kunsthochschule Kassel. Dort begleitete er Projekte im Bereich Film und Medienkunst und gab Workshops zur Filmtonproduktion und zum Field Recording. Neben seiner Arbeit für den Film beschäftigt er sich mit Klangdokumentation, akustischer Wahrnehmung und den kulturellen Bedeutungen des Hörens. Dabei verbindet er technische Präzision mit einem Interesse an gesellschaftlichen, historischen und ökologischen Fragestellungen. Böhm engagiert sich für den fachlichen Austausch innerhalb der Filmtonbranche und ist Mitglied im Bundesverband Filmton (bvft). Darüber hinaus entwickelt und begleitet er Projekte, die den Dialog zwischen Filmschaffenden, Kunst, Wissenschaft und Öffentlichkeit fördern. Seine Arbeit versteht Klang nicht nur als technisches Element, sondern als eigenständiges Mittel der Beobachtung, Gestaltung und Vermittlung.

    Diegetische Musikproduktion im Spielfilm – Zwischen Realität und Dramaturgie Musik im Film kann weit mehr sein als emotionale Untermalung. Besonders spannend wird es dort, wo sie Teil der erzählten Welt wird: als Band auf einer Bühne, als Radio im Hintergrund oder als musikalisches Ereignis innerhalb einer Szene. Diese sogenannte diegetische Musik stellt Filmtonteams vor besondere kreative und technische Herausforderungen. Die Filmtonmeisterin Eeva Ojanperä und der Filmtonmeister Tobias Böhm (bvft) sprechen über ihre Erfahrungen bei Spielfilmproduktionen, bei denen sie gemeinsam für den Originalton verantwortlich waren. Anhand konkreter Beispiele geben sie Einblicke in die Planung, Aufnahme und Nachbearbeitung von diegetischer Musik am Filmset. Wie gelingt es, musikalische Authentizität und filmische Erzählung miteinander zu verbinden? Wann wird live gespielt, wann mit Playback gearbeitet? Welche Anforderungen entstehen für Regie, Kamera, Schauspiel und Ton? Und wie lassen sich Dialoge, Geräusche und Musik so aufnehmen, dass sie sowohl den dramaturgischen als auch den technischen Anforderungen einer Kinoproduktion gerecht werden? Im Gespräch erläutern Ojanperä und Böhm die wichtigsten Produktionsschritte – von der Vorbereitung über den Dreh bis zur Endmischung – und zeigen, welche erzählerischen Möglichkeiten diegetische Musik eröffnet. Dabei wird deutlich, wie stark musikalische Entscheidungen die Wahrnehmung von Figuren, Räumen und Geschichten beeinflussen können. Die Veranstaltung soll den Auftakt einer neuen Gesprächsreihe beim Range Sound Festival bilden. Die Fortsetzung ist für das kommende Jahr geplant und widmet sich dem Themenfeld Bioakustik, Field Recording und Klang in Installationen. Die Veranstaltung richtet sich an Filmschaffende, Toninteressierte, Studierende sowie alle Festivalgäste, die einen Einblick in die kreative und technische Praxis professioneller Klangarbeit erhalten möchten.

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  • Cat Woywod

    Cat Woywod

    Cat Woywod stellt mit intermedialer Kunst Wahrnehmungsgewohnheiten in Frage. Ortsbezogenen Interventionen, Darstellende Kunst und Elektro-Akustische Klangkunst werden mit reduzierten technischen Mitteln zu komplexen Raum- und Zeiterfahrungen verwebt. Als Nachfahre von Kunsthandwerker*innen im Nachwende Deutschland geboren, ist es im Silicon Valley, USA, dem Braunkohleabbau des Niederrheins, der Kalk, Schiefer und Metallindustrie des Bergischen Lands und auf den Ackern der oberbayrischen Voralpen aufgewachsen. Seit 2016 lebt und arbeitet Cat Woywod in Kassel.

    Für RANGE 2026 bringt Cat “KRAK”, eine vielsinnige Radiokomposition und Publikation mit welche mit quantifizierenden Vorstellungen von Wahrnehmung, Körper und Umwelten bricht.

    “KRAK” entstand im Rahmen dessen “Klangkunst/Komposition” Meisterschüler Abschluss an der Hochschule für Musik in Mainz 2026.

    https://catwoywod.bandcamp.com/track/krak-live-radio-show

    Cat ist als Freischaffender* Künstler*, Elektro-Akustischer Komponist*, Veranstaltungstechniker und Koordinator, und als Drag Thing Performer* in Kassel aktiv.

  • Saguaro

    Saguaro

    Saguaro (geb. Köln) lebt in Kassel und arbeitet als freischaffender Künstler in der Zeichnung, Musik, und Film. Ein Interesse an visuellen, schriftlichen, und akustischen Sprachen (woraufhin auch ein abgeschlossenes Studium in Englischer Literaturwissenschaft/Philosophie deutet), und dessen Abstraktion unser Realität lässt sich durch sein Werk beobachten.

    Eine Schreibmaschine, eine Gitarre. Ersteres wird durch Kontaktmikrofon an ein Looper Pedal angeschlossen; Es wird getippt und ein Rhythmus entsteht. Daraufhin kommt das zweite Instrument ins Spiel, welches durch Improvisation die getippten Rhythmen erkundet.

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  • Diego Asens

    Diego Asens

    Parallel zu meinem Studium an der Kunsthochschule Kassel habe ich in den letzten Monaten eine digitale Plattform entwickelt, die sich auf Klangkunst und Musik konzentriert und einen Radiosender, ein Archiv, Sammlungen sowie didaktische Tools umfasst. Wir haben sie im April dieses Jahres als Weiterentwicklung des Projekts „Chair Radio“ gestartet, einer Reihe von Radiosendungen, die über mehrere Monate im Jahr 2025 live aus unserem Studio und über Trafo Radio ausgestrahlt wurden. Dort war ich vor allem auf der technischen und kuratorischen Seite tätig, baute Kooperationen mit Künstler*innen aus der Stadt und darüber hinaus auf und stellte Programme mit einer großen Vielfalt an Stimmen und Formaten zusammen. Meine Arbeit lässt sich auf verschiedenen Ebenen verstehen, aber mein besonderes Interesse gilt dem Ziel, Menschen zu erreichen und Räume zu schaffen, in denen sich die Menschen, die meinen Alltag ausmachen, willkommen fühlen und sich einbringen können. Ich weigere mich, Kunst als etwas Elitäres zu betrachten. Daher ist das, was ich schaffe, meist von allem Überflüssigen befreit und auf das Wesentliche reduziert, aus dem es sich weiterentwickeln kann. Diesem konzeptionellen Ansatz folgend begann ich schon recht jung, mich in der Hip-Hop-Szene im Norden Madrids zu engagieren. Ich malte Graffiti und rappte, was mich später als DJ in die Techno-Szene führte, und ich begann, Veranstaltungen und illegale Raves zu organisieren, was ich bis heute tue. In den letzten Jahren habe ich mich, diesen Strömungen folgend, auf eine rauere und experimentellere Art und Weise der Welt des Klangs zugewandt. Ich schaffe Klanginstallationen, führe Performances bei Veranstaltungen wie „Vera Sonora“ oder in Radiosendungen wie den „Trafo Listening Sessions“ durch und arbeite dabei mit meinem Körper, mit Feldaufnahmen, analogen und digitalen Instrumenten, alten Kassetten und Flamenco-Schallplatten. Im Rahmen des Rundgangs 2024 haben wir „Sobremesa“ ins Leben gerufen, ein Gemeinschaftsprojekt, bei dem wir durch das gemeinsame Kochen und Essen einen Raum für Austausch, Zusammenkunft und Erholung geschaffen haben und in diesem Jahr mehr als 40 Menschen, Gruppen und Kollektive zusammengebracht haben. Seitdem wurde das Projekt zweimal mit Schüler*innen der Hegelsbergschule weiterentwickelt und nahm im Rahmen des Gallerie Fest 2025 gemeinsam mit dem Verein Ag Südstadt im Raum MOOIMOOI statt.

  • Thea Josepha Konatsu

    Thea Josepha Konatsu


    Thea Josepha Konatsu ist Künstlerin, Vermittlerin und Musikerin. Ihre intermediale Praxis beschäftigt sich mit der Dislokation und dem Einfluss kultureller Prägungen auf das Verständnis von Geschichte und Erinnerung. Erinnerungen, Fragmente und Schnipsel werden in veränderbaren Montagen zusammengeführt und in Geschichten, Bewegtbild und Sound verwoben. Ihre künstlerische Praxis betastet die konfliktreiche Vielfalt verschiedener Kulturen und die damit verbundene Selbstpositionierung und Lokalisierung in einer globalisierten Welt. Thea studierte Kunstpädagogik, English and American Studies und Visuelle Kommunikation an der Kunsthochschule Kassel, Universität Kassel und der Taipei University of the Arts. 2022-23 erhielt sie das Huayu Enrichment Scholarship des Taiwanischen Bildungsministeriums, das HAB Abschlusstipendium und eine Förderung des DAAD, in dessen Rahmen sie ihren Abschlussfilm „speaking nearby: Shaking Skies & Trembling Earth“ (2024) in Taiwan produzierte. 2024 war sie Meisterschülerin bei Prof. Joel Baumann in der Research Area New Media, KHK. Ihre Arbeiten wurden in Ausstellungen und Festivals in Taiwan, Indonesien, Nigeria, den Niederlanden und Deutschland gezeigt. 2025 erhielt sie den Kassler Kunstpreis der Stadt Kassel.

    „When I`m here, I cannot be there“ ist vokale Erforschung des Zustands des Dazwischenstand. Wenn hier, dann nicht dort. Wenn dort, dann nicht hier. Wie können diese Gegensätze vereint werden? Oder in einer Differenz zusammenkommen?

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