ist Filmtonmeister und Sounddesigner aus Kassel. Seit vielen Jahren arbeitet er an der Schnittstelle von Film, Dokumentation, Kunst und Klangforschung. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage, wie Klang Geschichten erzählt, Räume erfahrbar macht und unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit prägt. Als Filmtonmeister war er an zahlreichen Dokumentar- und Spielfilmproduktionen beteiligt, darunter die Kinofilme Xoftex, Rave On und Servus Papa – See You in Hell. Seine Tätigkeit umfasst die Aufnahme des Originaltons am Set ebenso wie die kreative Entwicklung akustischer Konzepte für Filmproduktionen. Von 2009 bis 2019 war Böhm wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Kunsthochschule Kassel. Dort begleitete er Projekte im Bereich Film und Medienkunst und gab Workshops zur Filmtonproduktion und zum Field Recording. Neben seiner Arbeit für den Film beschäftigt er sich mit Klangdokumentation, akustischer Wahrnehmung und den kulturellen Bedeutungen des Hörens. Dabei verbindet er technische Präzision mit einem Interesse an gesellschaftlichen, historischen und ökologischen Fragestellungen. Böhm engagiert sich für den fachlichen Austausch innerhalb der Filmtonbranche und ist Mitglied im Bundesverband Filmton (bvft). Darüber hinaus entwickelt und begleitet er Projekte, die den Dialog zwischen Filmschaffenden, Kunst, Wissenschaft und Öffentlichkeit fördern. Seine Arbeit versteht Klang nicht nur als technisches Element, sondern als eigenständiges Mittel der Beobachtung, Gestaltung und Vermittlung.
Diegetische Musikproduktion im Spielfilm – Zwischen Realität und Dramaturgie Musik im Film kann weit mehr sein als emotionale Untermalung. Besonders spannend wird es dort, wo sie Teil der erzählten Welt wird: als Band auf einer Bühne, als Radio im Hintergrund oder als musikalisches Ereignis innerhalb einer Szene. Diese sogenannte diegetische Musik stellt Filmtonteams vor besondere kreative und technische Herausforderungen. Die Filmtonmeisterin Eeva Ojanperä und der Filmtonmeister Tobias Böhm (bvft) sprechen über ihre Erfahrungen bei Spielfilmproduktionen, bei denen sie gemeinsam für den Originalton verantwortlich waren. Anhand konkreter Beispiele geben sie Einblicke in die Planung, Aufnahme und Nachbearbeitung von diegetischer Musik am Filmset. Wie gelingt es, musikalische Authentizität und filmische Erzählung miteinander zu verbinden? Wann wird live gespielt, wann mit Playback gearbeitet? Welche Anforderungen entstehen für Regie, Kamera, Schauspiel und Ton? Und wie lassen sich Dialoge, Geräusche und Musik so aufnehmen, dass sie sowohl den dramaturgischen als auch den technischen Anforderungen einer Kinoproduktion gerecht werden? Im Gespräch erläutern Ojanperä und Böhm die wichtigsten Produktionsschritte – von der Vorbereitung über den Dreh bis zur Endmischung – und zeigen, welche erzählerischen Möglichkeiten diegetische Musik eröffnet. Dabei wird deutlich, wie stark musikalische Entscheidungen die Wahrnehmung von Figuren, Räumen und Geschichten beeinflussen können. Die Veranstaltung soll den Auftakt einer neuen Gesprächsreihe beim Range Sound Festival bilden. Die Fortsetzung ist für das kommende Jahr geplant und widmet sich dem Themenfeld Bioakustik, Field Recording und Klang in Installationen. Die Veranstaltung richtet sich an Filmschaffende, Toninteressierte, Studierende sowie alle Festivalgäste, die einen Einblick in die kreative und technische Praxis professioneller Klangarbeit erhalten möchten.
