Jan Grebenstein ist Produzent, DJ und Gestalter aus Kassel. Nach Jahren als Schlagzeuger und Gitarrist in verschiedenen Bands debütierte er 2014 solo mit einer Vier-Track-EP auf Downwards Records, dem Label von Regis (Karl O’Connor) – eine Adresse, die seit den Neunzigern für kompromisslose Techno- und Industrial-Ästhetik steht. Unter dem Namen Grebenstein entwickelte er einen reduzierten, körperlichen Sound zwischen Techno, Industrial und experimenteller Elektronik. Es folgten Veröffentlichungen auf den experimentellen Labels Horo – darunter die EP „Gloss“ (2017) – und Osiris Music UK, die seine Handschrift schärften: karge, ökonomische Produktion, Spannung durch Auslassung. 2021 folgte mit GEZA ein zweites Alias: Das Debüt „Dialoge“ auf Avian entstand als Reaktion auf eine Hassliebe zum Techno – produziert unter selbst auferlegten Beschränkungen: maximal fünf Minuten Aufnahmezeit, höchstens vier Spuren pro Stück, ein Synthesizer mit 8-Step-Sequencer. Die Limitierung als Methode zieht sich als Haltung durch beide Projekte. Live und als DJ spielte Grebenstein auf zentralen Bühnen der experimentellen Clubmusik: beim CTM Festival in Berlin, in der Säule im Berghain und im Tresor Berlin – zuletzt 2024 bei „Tresor meets Downwards“ an der Seite von Regis und Ancient Methods –, beim Lunchmeat Festival in Prag, im KHIDI in Tiflis sowie beim Electro-Mechanica Festival in St. Petersburg. Neben der Musik arbeitet Grebenstein als Gestalter bei der Kreativagentur Dorfmeyster und entwickelt visuelle Identitäten und Kommunikationskonzepte, unter anderem für Kultur- und Stiftungsprojekte. Klang und Bild versteht er dabei nicht als getrennte Disziplinen, sondern als zwei Ausdrucksformen derselben Praxis.
Die Performance verbindet mein Live-Set mit soundreaktiven Visuals, die zugleich die Grundlage des Erscheinungsbilds des Range Festivals bilden. Das Publikum erlebt damit keine Bebilderung von Musik – es sieht der Identität des Festivals beim Entstehen zu. Das Konzept setzt an der Schnittstelle meiner beiden Praxen an und in dieser Performance fallen beide Rollen zusammen: Das visuelle System des Festivals wird nicht abgespielt, sondern in Echtzeit vom Klang gesteuert – Frequenzen, Dynamik und Rhythmus der Musik greifen direkt in Form, Bewegung und Dichte der Grafik ein. Musikalisch bewegt sich das Set zwischen reduziertem Techno, Industrial und experimenteller Elektronik – der Ästhetik meiner bisherigen Veröffentlichungen folgend: karg, körperlich, ökonomisch. Diese Reduktion spiegelt sich im Visuellen: kein dekoratives Beiwerk, sondern ein striktes System, das unter dem Einfluss des Klangs lebendig wird.
Jan Grebenstein
